Sep
30
2005
Max-Planck-Institut für Meteorologie: Klimaänderung so rasant wie noch nie
Nach Berechnungen der Wissenschaftler am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) wird sich das Klima in den kommenden hundert Jahren so schnell ändern wie noch nie. [...] Auf dem Höchstleistungsrechnersystem des Deutschen Klimarechenzentrums haben die Klimaforscher des MPI-M mit ihrem komplexen Klimamodell berechnet, dass die globale Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um vier Grad steigen und der Meeresspiegel durchschnittlich um bis zu 30 Zentimeter ansteigen könnte. [...] Für Europa wird eine Zunahme von trockeneren und wärmeren Sommern erwartet, aber auch mehr extreme Hochwasserereignisse durch Starkniederschläge.
Wie als ob das nicht schon schlimm genug wäre — die Prognose von “nur” 30 Zentimeter Meeresspiegelerhöhung ist leider optimistisch. Die Annahme welche dahinter steckt ist diejenige, dass sich das Volumen des Festlandeises nur unwesentlich verändern wird. Die Gefahr besteht, dass massive Teile dieses Festlandeises in Grönland oder in der Antarktis abbrechen könnten und somit eine Erhöhung von weit mehr als einem Meter verursachen könnten. Wenn sich zwischen der Eisdecke und dem festen Untergrund Wasser ansammelt wirkt dies wie ein Schmiermittel, und genau dies geschieht jetzt: Die Gletschter in Grönland und im West-Antarktischen Eisschild schmelzen schneller als erwartet. Dazu kommt noch, dass flüssiges Wasser eine wesentlich kleinere Albedo
als Eis besitzt und so die lokale Erwärmung am Gletschter noch beschleunigt wird.
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Sep
29
2005
Die Klimaerwärmungs-Skeptiker haben ein wichtiges Argument weniger: Die Auswertungen der Satelliten- und Radiosondenmessungen der letzten 25 Jahre zeigten nur einen kleinen Temperaturanstieg in der Troposphäre im Gegensatz zu den Klimamodellen und Bodenmessungen, welche einen globalen Temperaturanstieg von knapp einem halben Grad verzeichneten. Dieser Widerspruch sei vor allem auf Probleme bei der Messung und bei der Auswertung zurückzuführen, schreibt ProClim- in ihrer Medienmitteilung
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Sep
28
2005
Die IPCC Working Group III hat einen Report über die CO2-Sequestrierung veröffentlicht. Die Sequestrierung hat zum Ziel, das Treibhausgas Kohlendioxid der Atmosphäre zu entziehen und in geologischen Formationen oder der Tiefsee zu speichern. Während die Methode von einigen als die Lösung des Treibhausgas-Problems angesehen wird zweifeln andere an der Effektivität der Methode. Die Treibhausgase müssten mindestens hundert Jahre gespeichert werden, besser noch einiges länger oder sogar permanent. Die atmosphärische Lebensdauer von Kohlendioxid beträgt 150 Jahre; falls die Speicherungsdauer eines Reservoirs nicht ähnlich gross oder länger ist, macht der Aufwand der Sequestrierung keinen Sinn.
Beobachtungen und Modelle legen nun Nahe, dass der gespeicherte Anteil in sorgfältig ausgewählten geologischen Reservoiren sehr wahrscheinlich 99% in 100 Jahren betragen kann; für 1000 Jahre ist es noch immer wahrscheinlich, dass 99% zurückgehalten werden kann. Im Falle einer Mineralisation besteht sogar die Möglichkeit, dass das CO2 nie mehr in die Atmosphäre gelangen wird.
Was sind nun die Nachteile der Methode? Das Kohlendioxid muss am Entstehungsort direkt abgefangen, transportiert und gelagert werden. Die Axpo spricht für die Stromproduktion von Zusatzkosten von einigen zehn bis 100 US$ pro Tonne CO2. Das BUWAL spricht bei der CO2-Abgabe auf Treibstoffen von Beträgen bis zu 35 Franken pro Tonne. Die Probleme bei der Einführung dieser Abgabe lassen mich für die Sequestrierung nicht gerade optimistisch sein. Es wird noch viel
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Sep
28
2005
Der Tagesanzeiger schreibt:
Automobilisten fahren nicht weniger. Aber die hohen Benzinpreise machen sie zu kritischeren Konsumenten. [...] Dennoch ist der Treibstoff immer noch etwa 25 Prozent teurer als Ende Dezember 2004. Fahren die Automobilisten deshalb weniger? Sind sie zurückhaltender geworden? Nichts, das in diese Richtung weisen würde, hat Daniel Hofer, Unternehmensleiter Migrol, festgestellt. Die gleiche Beobachtung macht Isabelle Thommen, Sprecherin von BP Schweiz.
Wer jetzt noch behauptet, dass ein kleiner Preisaufschlag wie beim Klimarappen einen grossen Effekt haben kann, macht sich lächerlich. Man sieht sehr schön, was das eigentliche Ziel des Klimarappens ist: Alle, welche vor den Folgen einer Klimaveränderung warnen zum Schweigen zu bringen mit dem Argument “Wir tun ja schon was”.
Passend dazu sagt Vaclav Smil in einem Interview auf Heise:
Der Spritpreis in den USA ist mit 80 Cent pro Liter noch nicht hoch genug. Ich glaube, dass er mindestens um weitere 30 bis 40 Prozent steigen muss, bis er Elastizität zeigt — bis also die Verbraucher seinem Anstieg mit sinkender Nachfrage entgegenwirken.
Die CO2-Abgabe ist das einzige bisher vorgeschlagene, überzeugende Instrument welches den Konsum von fossilen Energieträgern beeinflussen könnte.
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Sep
25
2005
Gross angekündigt kam der Multimobiltag der Stadt Zürich daher — die ganze Innenstadt sollte autofrei werden! Leider gehörte zur “Innenstadt” nur ein kleines Stück des Limmatquais, von welchem die Hälfte sowieso seit einem Jahr autofrei sein sollte! Der Anlass als Ganzes war eigentlich erfolgreich und auch gut besucht, schade nur dass er nicht als Jahrmarkt sondern als Tag der alternativen Mobilität angeworben wird — er hinterlässt ein ungutes Gefühl.
Wir von der IG 22. September haben uns gedacht, dass wir die Freude des autofreien Lebensstils in den Rest der Stadt heraustragen können indem wir den Verkehrsfluss ums Central mit Pferdekutschen behindern. Impressionen von unserer Aktion anschliessend:

Die Kutschen stehen am Predigerplatz zur Abfahrt bereit.

Autofreier Tag? Man merkt überhaupt nichts davon. Hinter der Kutsche gibt es einen über hundert Meter langen Stau.

Eine der Kutschen, eingeklemmt zwischen Autos.

Die Fahrt ums Central ist der Höhepunkt :-)
Die Bildergalerie der Jungen Grünen hat noch mehr Bilder vom Multimobiltag.
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