Max-Planck-Institut für Meteorologie: Klimaänderung so rasant wie noch nie
Nach Berechnungen der Wissenschaftler am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) wird sich das Klima in den kommenden hundert Jahren so schnell ändern wie noch nie. [...] Auf dem Höchstleistungsrechnersystem des Deutschen Klimarechenzentrums haben die Klimaforscher des MPI-M mit ihrem komplexen Klimamodell berechnet, dass die globale Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um vier Grad steigen und der Meeresspiegel durchschnittlich um bis zu 30 Zentimeter ansteigen könnte. [...] Für Europa wird eine Zunahme von trockeneren und wärmeren Sommern erwartet, aber auch mehr extreme Hochwasserereignisse durch Starkniederschläge.
Wie als ob das nicht schon schlimm genug wäre — die Prognose von “nur” 30 Zentimeter Meeresspiegelerhöhung ist leider optimistisch. Die Annahme welche dahinter steckt ist diejenige, dass sich das Volumen des Festlandeises nur unwesentlich verändern wird. Die Gefahr besteht, dass massive Teile dieses Festlandeises in Grönland oder in der Antarktis abbrechen könnten und somit eine Erhöhung von weit mehr als einem Meter verursachen könnten. Wenn sich zwischen der Eisdecke und dem festen Untergrund Wasser ansammelt wirkt dies wie ein Schmiermittel, und genau dies geschieht jetzt: Die Gletschter in Grönland und im West-Antarktischen Eisschild schmelzen schneller als erwartet. Dazu kommt noch, dass flüssiges Wasser eine wesentlich kleinere Albedo als Eis besitzt und so die lokale Erwärmung am Gletschter noch beschleunigt wird.



