Seit wenigen Jahren hört man in den Medien immer wieder Berichte, dass die Permafrostgrenze in den Alpen steigt. Dies hat schon dazu geführt, dass sich bei gewissen Bergbahnen die Masten zu bewegen beginnen. Im Moment liegen die Verschiebungen zwar noch im oder unterhalb des Millimeterbereichs, die Gefahr welche von instabilen Fundamenten ausgeht ist aber nicht zu vernachlässigen. Der Permafrost schmilzt aber nicht nur in den Bergen! In Westsibirien ist das grösste gefrorene Torfmoor der Welt im Begriff, aufzutauen. In diesem Moor der grösse Frankreichs und Deutschlands zusammen, welches seit der letzten Eiszeit immer zugefroren war, haben sich in dieser Zeit um die 70 Milliarden Tonnen Methan angesammelt welches jetzt in die Atmosphäre freigesetzt werden könnte. Der Treibhauseffekt von Methan ist zwanzig mal grösser als derjenige von Kohlendioxid.
Die globale Temperaturänderung im letzten Jahrhundert betrug zwar durchschnittlich “nur” 0.6-0.8C, es gibt aber Regionen welche wesentlich grösseren Erwärmungen ausgesetzt sind, so zum Beispiel der Alpenraum (1.6C) oder Westsibieren (3C alleine in den letzten 40 Jahren). Diese Erwärmung verstärkt sich selbst in einem Feedbackprozess (vereinfacht):
- wärmere Temperaturen bringen gefrorenen Böden zum Schmelzen, dadurch bleibt flüssiges Wasser auf der Oberfläche liegen
- flüssiges Wasser hat eine wesentlich tiefere Albedo als gefrorene Böden und Eis, das heisst dass eine wesentlich kleinere Menge Strahlung (Sonnenenergie, Wärmestrahlung) zurückgestrahlt wird, demzufolge mehr Energie in die Erwärmung des Bodens fliesst, und so beginnt der Kreislauf von Neuem.
Noch ist es zwar noch nicht soweit. Falls die Region nass bleibt, entweicht das ganze Methan früher oder später in die Atmosphäre. Falls das Moor austrocknen würde, könnte das Methan eventuell zu Kohlenstoff oxidieren und dadurch die Wirkung etwas verkleinern. 70 Milliarden Tonnen Kohlendioxid entspricht aber auch schon mehreren Jahresproduktionen der Menschheit; was dies laut der gängigen Meinung der Wissenschaft bedeutet, kann jeder für sich selbst im Third Assessment Report des IPCC nachlesen.
Quellen:
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