Mehr Strassen, mehr Verkehr, welch ein Wunder!
Der Tagesanzeiger schreibt auf der Titelseite:
Nur ein Jahr nach dem Ausbau des Bareggtunnels auf insgesamt sieben Fahrstreifen sind die Kapazitätsgrenzen bereits wieder erreicht. [...] Dies entspricht einer Zunahme von mindestens 20 Prozent seit 1999. [...]
Peter Beyeler (Aargauer Baudirektor):
Unglaublich, was im Verkehr zurzeit passiert. Wir haben am Baregg ein Jahr nach der Eröffnung bereits wieder die Situation, dass es Staus gibt wenn es zu einem Unfall kommt.
Das Einzige was daran wirklich unglaublich ist, ist die Naivität der Strassenbauer und Verkehrsplaner. Wenn die Kapazitäten von Strassen erhöht werden, nimmt die Anzahl Autofahrer solange zu, bis die Schmerzgrenze für den einzelnen wieder erreicht ist, anders gesagt, bis es wieder soviele Autos auf der Strasse hat dass die Leute lieber wieder auf den Zug umsteigen statt im Stau zu stehen. Alle diejenigen welche nach einer weiteren Alpentransversale schreien haben dies leider noch immer nicht verstanden – ich hoffe noch immer darauf, dass der Volkswille ernst genommen wird und es wenigstens nicht eine weitere Röhre (=mehr Verkehr) durch die Alpen geben wird. Der sinnlose Zuwachs des Autoverkehrs im Mittelland ist schon schlimm genug. Falls die Nachhaltige Entwicklung nicht vollends zum leeren Schlagwort verkommen soll, muss sofort eine neue Verkehrspolitik her statt den alten Verkehrsrichtplänen.
October 22nd, 2005 at 18:28
[...] Wie soll eine nachhaltige Verflüssigung des Strassenverkehrs möglich sein, wenn sich Economiesuisse gleichzeitig gegen einen Verlagerungszwang vom individuellen zum öffentlichen Verkehr ausspricht? Falls der Gesamtverkehr weiterhin ungebremst zunimmt, wird der Bau neuer Infrastruktur unausweichlich, wie die Economiesuisse korrekt bemerkt. Leider hinterlässt dieser Ausbau keinen bleibenden Effekt ausser einem höherem Gesamtverkehrsaufkommen — mehr Strassen bringen mehr Verkehr, der Stau bleibt derselbe. [...]