Zweifelhafte Hilfsbereitschaft nach dem Erdbeben in der Kaschmir-Region
Das Erdbeben in der Kaschmirregion ist eine Katastrophe. Dementsprechend schnell haben mehrere Staaten in aller Welt Soforthilfe versprochen, darunter auch die USA.
Die USA entsandten nach Angaben von Präsident Bush acht Helikopter in die entlegenen Bergregionen. Neben den Helikoptern habe Washington Geld und Ausrüstung zur Verfügung gestellt. US-Verteidigungsminister Rumsfeld werde ermitteln, mit welchen weiteren Hilfsmassnahmen die USA Pakistan zur Seite stehen könnten.
Beim Lesen dieses Abschnittes stellte sich bei mir ein schales Gefühl ein. Warum waren die USA jetzt plötzlich so handlungsbereit, ganz anders als beim Hurrikan Katrina? Sind internationale Hilfsprojekte einfach prestigeträchtiger als Hilfe für die eigene schwarze Bevölkerung? Auch wenn Condoleeza Rice beteurte: “Niemand, besonders nicht der Präsident, würde die Menschen wegen ihrer Hautfarbe im Stich lassen” Man darf daran zweifeln.
Bei den von den USA geführten Streitkräften in Afghanistan und auch bei den dort stationierten Nato-Einheiten gab es zunächst nach eigenen Angaben keine Pläne, sich an den Rettungsarbeiten zu beteiligen. Beide Streitkräfte verfügen über etliche Grossraumhubschrauber und Transportflugzeuge, wie sie jetzt dringend in Pakistan gebraucht würden. (Tages-Anzeiger)
Und warum werden die in Afghanistan und im nahen Osten stationierten Truppen nicht für Hilfsaktionen statt für die “Bekämpfung des Terrorismus” eingesetzt, besonders jetzt wo es wirklich nötig wäre?
October 10th, 2005 at 22:04
Die Helis waren halt ENDLICH einsatzbereit :-). Aber Hauptsache ist doch, dass die richtige Hilfe in Kaschmir ankommt, ganz egal ob da jetzt 100% politisch korrekte Beweggründe dahinter stecken.
October 10th, 2005 at 22:58
Du hast natürlich absolut recht – das Wichtigste ist dass geholfen wird, schnell und ohne lange zu diskutieren. Diese unangenehmen Fragen sollten sich die USA aber trotzdem stellen lassen.