Die Freuden von DRM

Letztes Wochenende geschehen: Ich bin seit langem mal wieder zu Besuch bei meiner Familie in Steffisburg. Meine Schwester erzählt mir voll Freude, dass sie einen MP3-Player erhalten hat und möchte nun die Lieder auf einer neu gekauften CD ins MP3-Format konvertieren damit sie diese dann auf ihre Player kopieren kann. Auf ihrem Firmennotebook läuft ein Windows XP. Also wird der Windows Media Player gestartet, CD ins Laufwerk und los kanns gehen! — Oder doch nicht? Der Windows Media Player erkennt keine Stücke auf der CD, dafür beginnt die Installation eines auf der CD befindlichen Players. Die Musik kann mit diesem Player ohne weiteres abgespielt werden, das Kopieren der Musik scheint aber unmöglich zu sein. Wieder mal hat das Digital Restrictions Management (DRM) eine legitime Verwendung erschwert — oder für technisch nicht gewandte Nutzer sogar verunmöglicht. O-Ton meiner Schwester: “Ich kann mir die Songs ja auch als MP3 vom Internet runterladen, oder?”

Nur wenige Leute haben Lust und Zeit, sich mit DRM und den verschiedenen Methoden, DRM zu umgehen zu beschäftigen. Der scheinbar einfachste Weg besteht also darin, sich in eine legale Grauzone zu begeben und sich somit in Gefahr von Klagen wegen Verletzung des Copyrights zu begeben. Im Falle einer Verurteilung erwarten zumindest in den USA den Nutzer Abmahnungen von mehreren tausend Dollar und mehr. Die Lage in der Schweiz ist noch nicht ganz klar, die Verwendung einer Tauschbörse kann ich meiner Schwester aber sicher nicht mit gutem Gewissen empfehlen.