Wachstum: Schweiz hinkt hinterher — Na und?

Die OECD ist bezüglich des Wachstums der Weltwirtschaft vorsichtig optimistisch. Besonders Deutschland soll vom Aufschwung profitieren. Für die Schweiz wurden die Prognosen jedoch gesenkt. Die Pariser Fachleute rechnen für den gesamten OECD-Raum für 2005 mit einem realen Wachstum von 2.7 Prozent und für die nächsten zwei Jahre mit 2.9 Prozent. Die Schweiz hinkt aber hinterher; dieses Jahr konnte sie ein Wachstum von 1.2 Prozent verzeichnen, für die nächsten zwei Jahre werden Raten von 1.7 beziehungsweise 1.8 Prozent erwartet. Die Schweiz fällt somit auch hinter das Mittel des Euroraraumes zurück, welches 2.1 Prozent betragen soll.

Die Empfehlungen der Pariser Experten sind mir sehr sauer aufgestossen: Um die Wachstumsraten zu erhöhen sei die Kontrolle der Staatsausgaben weiter zu verstärken. Dies habe vor allem im Sozialbereich zu geschehen.

Wollen wir es also auf uns nehmen, die Schwachen in der Gesellschaft weiter zu benachteiligen nur damit wir mit der Wachstumsrate vorne mithalten können? Wäre es nicht an der Zeit, ein neues Mass für die Fitness der Wirtschaft zu finden, welches auch die soziale Verantwortung und die nachhaltige Nutzung der Ressourcen in die Bewertung einbezieht? Wie der Club of Rome bemerkt, kann bei endlichen Ressourcen nicht unendliches Wachstum erwartet werden, deshalb wird das Wachstumsdenken früher oder später an seine eigenen Grenzen stossen.

Da es so schön heisst “Global denken, lokal handeln” empfehle ich für Zürich die Wahl von Bastien Girod, der sich den Kampf für eine soziale, nachhaltige und somit zukunftsfähige Wirtschaft auf die Fahne geschrieben hat.

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3 Responses to “Wachstum: Schweiz hinkt hinterher — Na und?”

  • Dudezh Says:

    Deine

  • René Says:

    Ich muss irgendwie dem Dudezh recht geben. Soziale Verantwortung bedingt Innovation. Und Wachstum an sich ist nichts Schlechtes. Es ist eine Frage in welcher Weise das Wachstum geschieht. Ohne Wachstum gäbe es auch keine Grüne Partei, so nebenbei gesagt. Und die finde ich sollte noch etwas mehr wachsen. Ich glaube Matthias, du hast die soziale Verantwortung denkerisch nicht zu Ende gedacht. Die Ansätze wären da, aber die Kritikpunkte sind teilweise dogmatisch.

  • Matthias Kestenholz Says:

    Ich denke auch nicht, dass es ohne Wachstum geht — sicher kann Wachstum aber nicht das Hauptziel der Wirtschaft sein. Hauptziel ist immer noch, Beschäftigung, Selbstverwirklichung und Lebensunterhalt der Arbeitnehmenden, da diese die grösste Masse der Bevölkerung stellen. Das Augenmerk mehr auf das Wesentliche statt auf willkürliche Indikatoren zu richten wäre meiner Meinung nach wichtiger.