… aber über diesen Blondinenwitz musste auch ich lachen! :-)
Archive: December, 2005
Vor einigen Tagen wurde auf dem Weblog journalismus – nachrichten von heute ein interessanter Artikel über Bundesrat Blocher’s Kontakte zum südafrikanischen Geheimdienst veröffentlicht. Nachfolgend die ersten Zeilen:
Laut einer kürzlich veröffentlichten Nationalfonds-Studie über die Beziehungen der Schweiz zum Apartheid-Regime in Südafrika hat der südafrikanische Geheimdienst die Kontakte zum damaligen Nationalrat Christoph Blocher als sehr wertvoll eingestuft. Bundesrat Christoph Blocher indes stülpt sich die Käseglocke über und dementiert.
Einen persönlichen Kommentar dazu habe ich nicht abzugeben. Es ist aber wichtig, dass das Wissen über diese dreckigen Beziehungen in immer mehr Köpfen von Schweizern landet. Die Aufarbeitung der schweizerischen Beziehungen zum Apartheid-Regime ist offensichtlicherweise noch nicht beendet.
Die jungfreisinnigen schweiz begrüssen es, dass der Bundesrat mit der Botschaft zur 11. AHV-Revision die Problematik der demographischen Entwicklung erkannt hat und deshalb jetzt das Rentenalter erhöhen will. Es ist meiner Meinung nach nichts als konsequent, in einer Bevölkerung welche immer länger lebt und aber immer weniger Nachwuchs hat (tiefe Geburtenrate) die Arbeitsdauer heraufzusetzen; schon nur weil der verdiente Lohn der Pensionäre — also die AHV — gefährdet ist.
Woher sollen aber die nötigen Stellen kommen, damit länger gearbeitet werden kann? Schon jetzt herrscht Knappheit am Arbeitsmarkt, eine Erhöhung des Rentenalters würde die Situation noch verschärfen. Hier ist jetzt die soziale Verantwortung der Arbeitgeber gefragt — eine Wirtschaft welche als einziges Ziel die Gewinnmaximierung hat, kann unmöglich genügend Stellen für alle Arbeitswilligen anbieten.
Das Engagement der Jungen Grünen im Bereich Jugendarbeitslosigkeit spricht deshalb auch die soziale Verantwortung der Wirtschaft an. Der Junge Grüne Stadratskandidat Bastien Girod hat für das lokalinfo die Frage beantwortet, wie man in Zürich mehr Arbeitsplätze schafft. Seiner Antwort habe ich nichts hinzuzufügen, ausser der Bemerkung, dass seine Aussage nicht alleine für Zürich, sondern für die ganze Schweiz zutrifft.
Ein weiteres Kapitel in der Endlos-Geschichte der Atommüll-Endlagerung: Der Kanton Zürich verlangt eine weitere Definition von Kriterien und die Prüfung anderer Standorte; der Entsorgungsnachweis der Nagra zum Standort im Zürcher Weinland genügt nach Ansicht des Zürcher Regierungsrates nicht.
Der Expertenbericht sei zwar aus technischer Sicht “generell glaubwürdig, nachvollziehbar und transparent”, für eine ganzheitliche Beurteilung müsse aber zuerst klar sein, nach welchen Kriterien die Eignung möglicher Standorte überprüft werde.
Die Art und Weise, wie der Entscheid über die Endlagerung radioaktiver Abfälle (aus verständlichen Gründen) von verschiedenen Seiten immer wieder herausgeschoben wird zeigt deutlich auf, wieviel Unbehagen über die Technologie der Atomkraftwerke existiert. Trotzdem wird die Förderung alternativen Energie-Technologien in sträflicher Weise vernachlässigt. Die Hoffnung, dass sich das Problem von selbst lösen wird, wenn man nur genug lange wegschaut, wird sich aber nicht erfüllen.
Die einzig nachhaltige Lösung des Atommüllproblems wäre es, die Erforschung erneuerbarer Energien zu fördern und die Produktion mit Abnahmeverträgen zu unterstützen. Solange der Atomstrom weiterhin massiv durch das Volk subventioniert wird*, die alternativen Energien aber nicht, kann der Markt nicht spielen, wie das von Exponenten der bürgerlichen Parteien gefordert wird — auch vorletzten Mittwoch im Gemeinderat Zürich während der Budgetdebatte.
* Vereinfacht gesagt sind die Risiken eines Atomkraftwerkes (U.a. Volkswirtschaftliche Kosten eines GAUs * Wahrscheinlichkeit eines GAUs) nicht versicherbar, wie dies bei allen anderen Produzenten der Fall sein muss. Dadurch sind die Atomkraftwerke von Prämienzahlungen befreit und deshalb können sie Strom faktisch zu Dumping-Preisen produzieren. Das tiefe Preisniveau verunmöglicht es den nachhaltigen Stromproduzenten, in den Markt einzusteigen. Ein empfehlenswertes Plädoyer für Windenergie und gegen Atomstrom ist das Buch Grün gewinnt des Basler Nationalrates Rudolf Rechsteiner. (Seine Webseite scheint im Moment nicht erreichbar zu sein)
In einer Langzeitstudie fanden Mediziner Hinweise darauf, dass das Risiko für Herzleiden selbst dann steigt, wenn die derzeit gültigen Feinstaub-Grenzwerte eingehalten werden. Die Wissenschaftler liessen 28 Mäuse mehrere Monate lang regelmässig verschmutzte Luft einatmen. Die durchschnittliche Menge der PM2,5-Staubpartikel lag unterhalb der in den USA geltenden Grenzwerte. In den Blutgefässen der Tiere bildeten sich deutlich mehr Ablagerungen als bei den Mäusen, welche staubfreie Luft atmen konnten. Die Ablagerungen haben arteriosklerotische Verengungen der Gefässe zur Folge, welche einen wesentlichen Beitrag zur Entstehung von Herzkrankheiten leisten.
Erinnern wir uns nächsten Sommer oder bei der nächsten Diskussion über Feinstaub und Partikel noch immer daran? Hoffentlich. Die Einführung von Partikelfiltern für Dieselfahrzeuge wäre zum Beispiel schon lange notwendig. Zum Glück will die EU mit der Euro5-Norm Schadstoffe in Autoabgasen weiter senken, so dass wenigstens die Luftverschmutzung durch Autos etwas zurückgebunden würde.