Atommüll-Endlager: Grundsätzliche Diskussion über Energieversorgung gefordert
Ein weiteres Kapitel in der Endlos-Geschichte der Atommüll-Endlagerung: Der Kanton Zürich verlangt eine weitere Definition von Kriterien und die Prüfung anderer Standorte; der Entsorgungsnachweis der Nagra zum Standort im Zürcher Weinland genügt nach Ansicht des Zürcher Regierungsrates nicht.
Der Expertenbericht sei zwar aus technischer Sicht “generell glaubwürdig, nachvollziehbar und transparent”, für eine ganzheitliche Beurteilung müsse aber zuerst klar sein, nach welchen Kriterien die Eignung möglicher Standorte überprüft werde.
Die Art und Weise, wie der Entscheid über die Endlagerung radioaktiver Abfälle (aus verständlichen Gründen) von verschiedenen Seiten immer wieder herausgeschoben wird zeigt deutlich auf, wieviel Unbehagen über die Technologie der Atomkraftwerke existiert. Trotzdem wird die Förderung alternativen Energie-Technologien in sträflicher Weise vernachlässigt. Die Hoffnung, dass sich das Problem von selbst lösen wird, wenn man nur genug lange wegschaut, wird sich aber nicht erfüllen.
Die einzig nachhaltige Lösung des Atommüllproblems wäre es, die Erforschung erneuerbarer Energien zu fördern und die Produktion mit Abnahmeverträgen zu unterstützen. Solange der Atomstrom weiterhin massiv durch das Volk subventioniert wird*, die alternativen Energien aber nicht, kann der Markt nicht spielen, wie das von Exponenten der bürgerlichen Parteien gefordert wird — auch vorletzten Mittwoch im Gemeinderat Zürich während der Budgetdebatte.
* Vereinfacht gesagt sind die Risiken eines Atomkraftwerkes (U.a. Volkswirtschaftliche Kosten eines GAUs * Wahrscheinlichkeit eines GAUs) nicht versicherbar, wie dies bei allen anderen Produzenten der Fall sein muss. Dadurch sind die Atomkraftwerke von Prämienzahlungen befreit und deshalb können sie Strom faktisch zu Dumping-Preisen produzieren. Das tiefe Preisniveau verunmöglicht es den nachhaltigen Stromproduzenten, in den Markt einzusteigen. Ein empfehlenswertes Plädoyer für Windenergie und gegen Atomstrom ist das Buch Grün gewinnt des Basler Nationalrates Rudolf Rechsteiner. (Seine Webseite scheint im Moment nicht erreichbar zu sein)
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