Jan 25 2006

5 wärmste Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen

Was ich schon vor etwas mehr als einem Monat geschrieben habe, erscheint nun auch auf Tages-Anzeiger Online: 2005 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen vor über 100 Jahren. Laut dem Goddard-Institut der Nasa könne sogar davon ausgegangen werden, dass 2005 das wärmste Jahr seit einigen tausend Jahren gewesen sei. Damit wären die fünf wärmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn die Jahre 2005, 1998, 2002, 2003 und 2004. Die Temperatur im Jahre 1998 wurde durch ein starkes El-Nino-Ereignis mitverursacht, in der Zwischenzeit ist aber die Erderwärmung soweit fortgeschritten, dass die Jahrestemperatur auch ohne Sonderfaktoren neue Werte erreicht.


Jan 24 2006

Unverantwortlicher Entscheid der Energie- und Umweltkomission

Die Energie- und Umweltkomission des Nationalrates (UREK) hat sich heute für den Gebäuderappen und somit für eine Abgabe ohne Lenkunswirkung ausgesprochen. Die Jungen Grünen sind enttäuscht über die verpasste Gelegenheit, den CO2-Ausstoss der Schweiz zu senken und somit zur Einhaltung der internationalen Klimaschutzziele beizutragen wie dies im Kyoto-Protokoll und im CO2-Gesetz festgeschrieben ist.

Der Klimarappen II hat genau so wie der erste Klimarappen keine Lenkungswirkung, darüber sind sich alle einig. Das CO2 wird nicht im Inland, sondern im Ausland eingespart. Dabei wäre gerade in den Industriestaaten eine weit höhere Reduktion der CO2-Emissionen nötig als im globalen Durchschnitt, wenn die Schmerzgrenze von 2°C Klimaerwärmung nicht überschritten werden soll, wie dies die EU in ihren Umweltzielen festgesetzt hat.

Zudem verpasst die Schweiz wiederum die Chance, erneuerbare, klimaneutrale Energien zu fördern und somit die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern. Die Reserven fossiler Energie sind nicht unendlich, und die Schweiz als technologisch fortgeschrittenes Land sollte im Bereich der klimaneutralen, erneuerbaren Energien eine Vorreiterrolle einnehmen.

Wir hoffen, dass die Verhinderer einer wirksamen Klimapolitik gegenüber ihren eigenen Kindern und zukünftigen Generationen noch immer zu ihrem heutigen Entscheid stehen werden.

(Dieser Text wurde heute als Medienmitteilung der Jungen Grünen Schweiz veröffentlicht.)


Jan 20 2006

Feinstaub: Sind Holzfeuerungen wirklich schlimmer als die Autobahnen?

Wie die NZZ schreibt, sorgen nicht nur die Strassenverkehrsteilnehmer sondern auch Holzfeuerungen für eine erhöhte Feinstaubkonzentration in der Luft. Der Tages-Anzeiger bemerkt sogar, dass die Luft vor allem in gewissen Bergtälern durch die Holzfeuerungen stärker belastet wird als durch die Autobahnen.

Das meiner Meinung nach wichtigste Detail kommt in beiden Artikeln aber erst am Schluss: Die Nanopartikel mit einem Durchmesser von weniger als 50 Millionstel Millimeter (dazu gehört der PM2.5-Feinstaub), welche besonders krebserregend sind, stammen mehrheitlich aus dem Verkehr. Die hohen Feinstaubkonzentrationen, welche durch die Holzfeuerungen mitverursacht werden haben zwar auch gesundheitliche Folgen, aber krebserregend ist und bleibt vor allem der Feinstaub aus Dieselmotoren.

Diese Forschungsresultate des Paul-Scherrer-Institutes werden nun von Gegnern der Partikelfilter und Freunden des freien Autoverkehrs sogleich ausgeschlachtet um zu beweisen, dass das Bekämpfen des motorisierten Individualverkehrs keine wesentlichen Verbesserungen der Luftqualität zur Folge hat. Dabei übersehen sie aber, dass die Holzfeuerungen vor allem in den Bergtälern verbreitet sind, und demzufolge deren Beitrag zur Luftverschmutzung nur einen relativ kleinen Teil der Bevölkerung direkt betrifft. Massnahmen in städtischen Gebieten sind und bleiben unbedingt notwendig, um die Bevölkerung von den schädlichen Einflüssen des Feinstaubes zu schützen.

Wikipedia: Entstehung des Feinstaubes (mit Prozentangaben)


Jan 18 2006

Smartvote: Mein Kandidat für die Gemeinderatswahl

Ich habe soeben auf Smartvote die Fragenliste für die Gemeinderatswahl in Zürich ausgefüllt. Ich kann zwar nicht wählen, da ich mein Hauptwohnsitz noch bei meinen Eltern ist, interessant ist es aber trotzdem weil ich natürlich die Politik in Zürich wesentlich genauer verfolge als in Steffisburg!

Die beste


Jan 16 2006

Feinstaub: Die Politik kommt in Bewegung

Wie Sandro von Ignoranz.ch schreibt, sanken die Feinstaubwerte in den letzten zehn Tagen in Zürich nicht mehr unter den gesetzlich festgeschriebenen Höchstwert, welcher eigentlich höchstens einmal im Jahr überschritten werden darf. Zürich reagiert nun aber: Nach dem Vorbild von Stuttgart (D) wird ein Fahrverbot für Autos mit hohen Abgaswerten geprüft. Ein Fahrverbot könnte aber laut 20min Online frühestens nächsten Winter umgesetzt werden.

Dass in Zürich der durch die Luftreinhalteverordnung erlaubte Jahresgrenzwert von 20 Mikrogramm/Kubikmeter schon länger nicht mehr eingehalten werden konnte, hat aber niemanden interessiert: Auf der Webseite der Erdölvereinigung kann man lesen, dass der Jahresmittelwert in Zürich 25 Mikrogramm/Kubikmeter beträgt.

Jetzt kommt immerin die Hoffnung auf, dass Massnahmen gegen den gefährlichen Feinstaub ergriffen werden. Die Aufforderung der Stadtverwaltung, durch freiwilligen Verzicht auf das Auto die Fahrtenzahl und somit auch die Feinstaubimissionen zu senken war wohl kaum erfolgreich. Die Autofahrer bemerken die Feinstaubbelastung schliesslich wesentlich weniger als wir Fahrradfahrer…

Update: Der Tages-Anzeiger bemerkt, dass die Grenzwerte nur noch auf dem Chaumont über dem Neuenburgersee und auf Rigi-Seebodenalp nicht überschritten wurden. Schliesslich will auch Umweltminister Moritz Leuenberger heute ein Massnahmepaket zur Verbesserung der Luftqualität vorstellen.