Feinstaub: Sind Holzfeuerungen wirklich schlimmer als die Autobahnen?

Wie die NZZ schreibt, sorgen nicht nur die Strassenverkehrsteilnehmer sondern auch Holzfeuerungen für eine erhöhte Feinstaubkonzentration in der Luft. Der Tages-Anzeiger bemerkt sogar, dass die Luft vor allem in gewissen Bergtälern durch die Holzfeuerungen stärker belastet wird als durch die Autobahnen.

Das meiner Meinung nach wichtigste Detail kommt in beiden Artikeln aber erst am Schluss: Die Nanopartikel mit einem Durchmesser von weniger als 50 Millionstel Millimeter (dazu gehört der PM2.5-Feinstaub), welche besonders krebserregend sind, stammen mehrheitlich aus dem Verkehr. Die hohen Feinstaubkonzentrationen, welche durch die Holzfeuerungen mitverursacht werden haben zwar auch gesundheitliche Folgen, aber krebserregend ist und bleibt vor allem der Feinstaub aus Dieselmotoren.

Diese Forschungsresultate des Paul-Scherrer-Institutes werden nun von Gegnern der Partikelfilter und Freunden des freien Autoverkehrs sogleich ausgeschlachtet um zu beweisen, dass das Bekämpfen des motorisierten Individualverkehrs keine wesentlichen Verbesserungen der Luftqualität zur Folge hat. Dabei übersehen sie aber, dass die Holzfeuerungen vor allem in den Bergtälern verbreitet sind, und demzufolge deren Beitrag zur Luftverschmutzung nur einen relativ kleinen Teil der Bevölkerung direkt betrifft. Massnahmen in städtischen Gebieten sind und bleiben unbedingt notwendig, um die Bevölkerung von den schädlichen Einflüssen des Feinstaubes zu schützen.

Wikipedia: Entstehung des Feinstaubes (mit Prozentangaben)


5 Responses to “Feinstaub: Sind Holzfeuerungen wirklich schlimmer als die Autobahnen?”

  • Markus Says:

    Danke für die jeweils ausführlichen Informationen. Du hast mir schon viel geholfen.

  • Matthias Kestenholz’ Blog » Fahrverbote für gesundheitsschädigende Autos Says:

    [...] Die häufig genannte Entschuldigung, die Autos seien nur für 9% der Feinstaubemissionen verantwortlich, zieht auch nicht. In Innenstädten und Ballungszentren sind Kfz dagegen laut Umweltministerium für bis zu 60 Prozent des Feinstaubs verantwortlich., steht im Spiegel-Artikel. Besonders krebserregend sind die kleinsten Feinstaubpartikel (PM2.5), welche mehrheitlich aus dem Verkehr stammen. Eine Reduktion der Partikelimmissionen ist aus Sicht der Stadtbewohner eine dringend nötige Massnahme zur Gesundheitsförderung. [...]

  • Achim Stein Says:

    Hi, Matthias, interessante Informationen. Mich interessiert auch, ob Feinstaub organischer Herkunft generell genauso schlimm ist,. wie der anorganischr (Diesel etc.). Weg mit demn Pflanzen wegen der Pollen= Feinstaub?? Und: Holzfeuerungen produzieren Feinstaub, sind aber wirtschaftlicher Grund für Wald und seine Existenz in Industrieräumen und Siedlungsgebieten, und der filtert Riesenmengen Feinstaub aus der Luft (im Schnitt um die 25 t pro Ha und Jahr) , also halte ich Feinstaub aus Holzfeuerung eher für einen Kreislauf mit positiver Bilanz für das Holz, natürlich vor Alllem in modernen (Pellets- etc) anlagen, die geringe Immissionen haben! Herzliche Grü

  • Matthias Kestenholz Says:

    Hallo Achim,

    zuerst Danke für den Kommentar!

    Generell kann dazu gesagt werden, dass der Feinstaub organischer Herkunft aus grösseren Partikeln zusammengesetzt ist als derjenige anorganischer Herkunft. Da vor allem die feinen Partikel für den Menschen gesundheitsschädigend sind, ist es in diesem Bereich besonders notwendig, zu handeln. Die Holzheizungen wurden in den letzten Jahren/Jahrzehnten auch verbessert und die Grenzwerte mit Unterstützung der Holzlobby verbessert.

    Beim Verkehr sieht die Sache etwas anders aus: Die Autohersteller und -importeure wehren sich z.B. gegen ein Dieselfilterobligatorium, der Markt solle es richten. Den gesundheitsbewussten Menschen geht dies natürlich zu langsam…

  • max burkart Says:

    Was hab ich da gelesen ? Strengere Gesetze haben in den letzten Jahren die Holzheizungen sauberer gemacht ? Da lachen ja die………..H……..afner………. oder sie weinen eher, denn die Bundesverordnung ( LRV 08 ) hat ihnen seit diesem Januar verboten, die genialen Speicheröfen zu bauen. Ein Speicherofen heimischer Bauart hat die bessere Oekobilanz, als die beste digitalisierte Pelletsfeuerung und ärgert die Nachbarn nicht mehr und nicht weniger. Naturfeueranlagen mit keramischen Kaminen und Wasserwärmetauscher, kombiniert mit Sonnenkollektoren und grossen dynamischen Speichermassen, mit Back, Dörr und Kochfunktionen sind in der Bedienung, Nettoeffizienz, Einfachheit und selbserklärenden Ehrlichkeit einfach immernoch unerreicht. Die LRV killt Kultur und Arbeitsplätze !

    Das PSI hat den Roveredostudie Pressebericht im Januar 08 veröffentlicht. Die 20.00 Uhr Hauptnachrichten und alle verfügbaren Medien haben zugehört. Die zu Unrecht verurteilten Misoxer Naturfeuerbetreiber können dem Bericht nach, dem PSI ihr Holz verkaufen und das PSI wandelt es um und liefert ihnen dann das Gas für ihre neue Gasheizung. ( Das sie natürlich zum dreifachen Preis des Holzes liefern )

    Wer mehr wissen möchte……….maxgruss vom bodensee