Auf der Erde wird es (endlich?) wärmer!

Die letzten Wochen waren kalt und schneereich (Europa versinkt im Schnee)– soviel Schnee gab es in Zürich schon lange nicht mehr, und auch die anhaltende Kälte ist nicht die eines gewöhnlichen Jahres. Schnell vergessen wird da der warme Januar; und die Klimaforscher welche vor der zu erwartenden Erwärmung sprechen erhalten nur ein müdes Lächeln — wer wäre nicht froh, wenn es endlich wärmer würde?

Es gibt aber wirklich Grund zur Sorge: Zum zweiten Mal in Folge wuchs das Eis in der Arktis, welches im Sommer abschmolz, im Winter nicht mehr nach; zudem war im vergangenen September soviel Eis geschmolzen wie noch nie seit man im Jahr 1979 mit der Satellitenbeobachtung begonnen hat. Klimaforscher fürchten, dass dies die Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung sind. Die Gefahr liegt nun darin, dass sich selbst verstärkende Prozesse in Gang gesetzt werden könnten, welche noch während Jahrhunderten die Wetter- und Klimasysteme verändern. Unter anderem wären massive Erhöhungen des Meeresspiegels die Folge, mit einer daraus resultierenden Zerstörung aller küstennahen Infrastruktur. Die volkswirtschaftlichen Kosten der Klimaerwärmung sind zwar auf kurze Sicht relativ gering (auch wenn die erhöhte Intensität von Hurrikanen und anderen Extremereignissen berücksichtigt wird), auf längere Dauer werden sie aber wesentlich ansteigen.

Der folgende Blick-Artikel braucht im Lichte der oben genannten Tatsachen keine weiteren Kommentare mehr: Falsche Wahrheit im CO2-Streit


5 Responses to “Auf der Erde wird es (endlich?) wärmer!”

  • Ox Says:

    hallo, mich würde es interessieren was du zu dem artikel sagst…. http://www.welt.de/data/2005/04/29/711246.html

  • Matthias Kestenholz Says:

    Hallo 0x, ich bin noch daran, mich durch einen Stapel Artikel zu lesen, deshalb kann ich noch keine gute Antwort geben. Komm doch in einer Woche nochmals vorbei!

  • Ox Says:

    mach ich gerne, bin schon ganz gespannt…ich weiss ja dass die antarktis auch schmilzt, aber nur zum teil….der andere teil wächst, wie man aus den medien entnehmen kann. ich habe sonst keine befriedigenede antwort bekommen, aber vielleicht kannst du mir ja weiterhelfen.

  • Matthias Kestenholz Says:

    Eine neuere Studie, welche ich dazu gefunden habe ist die folgende von Isabella Velicogna und John Wahr: Measurements of Time-Variable Gravity Show Mass Loss in Antarctica (Publiziert in Science Vo. 311, no. 5768 vom 24. März 2006):

    http://www.sciencemag.org/cgi/content/abstract/311/5768/1754

    Mit Hilfe von Gravitationsmessungen wollen sie festgestellt haben, dass der antarktische Eisschild netto Masse verliert. Das spricht starke Worte gegen den Welt-Artikel!

    Ich habe eine Professorin am Institut für Atmosphäre und Klima der ETH Zürich um ihre Meinung zum Welt-Artikel angefragt; sobald ich ihre Antwort erhalten habe kommt hier vielleicht noch ein weiterer Kommentar.

  • Ox Says:

    Danke für deine Antwort. Studie von Velicogna und Wahr sind sehr interessant und wirklich neu. Da bekomme ich aber ein Konflikt mit der Studie von Davis, auch publiziert im Science (sommer 2005). Nr und so weiss ich leider nicht auswendig. Um mein Problem auf dem Punkt zu bringen ein link:

    http://www.tcsdaily.com/article.aspx?id=030306H

    Da wird zwischen Velicogna +Wahl / Davis diskutiert. Vorallem der Zeitraum von Davis ist grösser und hat für mich persönlich immer noch mehr gewicht. D.h. das die Westantarktis schmilzt, die Ostantartis wächst. Im Artikel. Abbilung 3. Da Gravitationsveränderungen im spiel sind, sind die faktoren zu komplex für den Zeitraum der Messungen. Davis hat da länger geforscht. Ausserdem haben Velicogna/Wahr bei einem Top angefangen zu messen.

    Wenn du mal zeit und lust hast den Artikel anzuschauen würde mir das sehr freuen.

    Ausserdem bin ich extrem gespannt auf die Antwort der Professorin.

    Ich danke dir für deine Mühen + ev. Anwort.