NZZ Votum: Schon wieder: Freiwillige Massnahmen bringen nichts.

Die Autolobby in Deutschland behauptet, dass seit 1999 neun Prozent CO2 eingespart werden konnte. Damit wird versucht, die Einführung von generellen Tempolimiten auf der Autobahn zu torpedieren.

Der Spiegel hat aber genauer hingeschaut und berichtet, dass das Umweltbundesamt von einem Rückgang von etwa zwei Prozent ausgeht. Der Grund für die viel kleinere Reduktion ist der, dass deutsche Autofahrer häufig im Ausland tanken und somit die CO2-Bilanz der umliegenden Länder belasten. Zudem will die Autolobby unangenehme Fakten übertünchen: Zwar sind Neufahrzeuge in den letzten 15 Jahren um durchschnittlich 25% effizienter worden, die dadurch erreichte Einsparung wird aber durch stärkere und schwerere Fahrzeuge gleich wieder zunichte gemacht.

Die Kyoto-Ziele im Bereich des Fahrzeugparks verfehlt die Schweiz wegen ähnlicher Entwicklungen bei weitem. Dem wollen die Jungen Grünen einen Riegel schieben: Die Initiative für eine menschenfreundlichere Mobilität sieht vor, dass Fahrzeuge mit sinnlos hohem Treibstoffverbrauch nicht mehr verkauft werden dürfen. Es ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt auf dem Wege in eine klimafreundliche Zukunft.


Diskussion auf NZZ Votum


One Response to “NZZ Votum: Schon wieder: Freiwillige Massnahmen bringen nichts.”

  • Autolobby verpasst Reduktionsziel | Matthias Kestenholz’ Blog Says:

    [...] Die Autolobby versucht einmal mehr, den Bund dazu zu bewegen, keine verbindlichen Reduktionsziele festzuschreiben, obwohl die freiwilligen Ziele bei weitem verfehlt werden. Die Mutlosigkeit des Bundes hat dazu geführt, dass die im Kyoto-Protokoll festgeschriebenen Minimalforderungen für den Klimaschutz bei weitem nicht erreicht werden. Wie lange dauert es noch, bis klar wird, dass freiwillige Massnahmen nichts nützen? [...]