Mar 3 2007

AKWs sind nicht CO2-neutral

Es gibt keinen CO2-freien Strom. Bezüglich der Kohlendioxidintensität der Stromproduktion bestehen aber grosse Unterschiede.

Der Blick hat eine einfache Auflistung des Kohlendioxidaustosses pro Kilowattstunde veröffentlicht:

  • Solar-, Wasser- und Windenergie: 10-40 g CO2/kWh
  • Wärme-Kraft-Kopplungsanlage im eigenen Keller: 220-250 g CO2/kWh
  • Geplante Schweizer Gaskombikraftwerke: 330-360 g CO2/kWh
  • Neue Braunkohlekraftwerke in Deutschland: 1000-1100 g CO2/kWh

  • Atomstrom: zwischen 10 und 160 g CO2/kWh findet man alle Werte. Eine Studie der Universität Sydney kommt auf einen Mittelwert von 60 g CO2/kWh, also mindestens 50% mehr als die nachhaltigsten Stromproduktionsformen.

Liebe FDP, angesichts der sicherheitspolitischen Probleme vor welche uns neue AKWs stellen (nicht zu sprechen von den Konflikten mit unseren Nachbarländern) und angesichts der Tatsache, dass es unverantwortlich scheinen muss, für wenige Jahrzehnte Stromproduktion der Nachwelt während mehreren hunderttausend Jahren strahlenden Abfall zu überlassen, macht bitte ernsthaft bei der Förderung erneuerbaren Energien mit.

Diesmal ist es notwendig, dass die Vernunft über die Marktgläubigkeit gewinnt damit auf politischem Wege schnelle Massnahmen durchgesetzt werden können, wie dies in der Stern Review on the economics of climate change verlangt wird.

Es ist auch zu hoffen, dass der Hauseigentümerverband seine kurzsichtige Interessenpolitik hinter sich lässt und mitzieht. Das Energieeinsparpotential der Renovation von alten Gebäuden ist gigantisch, aber trotzdem gibt es immer mehr velotternde Wohnungen. Wo bleibt da die so oft angepriesene Selbstverantwortung? Leider scheinen die Bürger-lichen nur zur Selbstverantwortung fähig zu sein, wenn es um eigene Profitmaximierung geht. Wenn aber Investitionen in unsere gemeinsame Zukunft getätigt werden sollten, ist der Ignoranzpegel meistens auf das Maximum aufgedreht.

Je später die Bürger diejenigen Politiker wählen, welche gemerkt haben, dass sich die Welt verändert und dass Handeln dringend wäre, desto grösser und damit teurer werden die nötigen Anpassungen werden. Braucht es noch mehr Gründe zum Handeln? Hier ist noch einer: First-mover advantage

Links

PS: Auf die SVP wartet niemand mehr. Wer wenige Tage nach dem Erscheinen des IPCC WG1 SPM schon wieder behauptet, der Einfluss des Menschen auf das Klima sei nicht bewiesen sondern eine einfache Hypothese, dem ist nicht mehr zu helfen. Das ist wissentliches Belügen der Bevölkerung.


Mar 3 2007

Methadonabgabe

Die SVP ist unfähig, mehr als eine Dimension zu sehen: Für sie ist der Erfolg der Heroinabgabe alleine darin zu messen, wie viele Drogenabstinenzler aus einer Therapie hervorkommen. Dabei vergisst sie die Problematik der Beschaffungskriminalität und der Krankheiten der Drogenkranken. Zum Glück ist ihr Angriffversuch vom letzten Dezember gescheitert.

Für eine etwas vernünftigere Sicht darauf, was in einem Drogenabhängigen vor sich geht, kann ich den Drogensumpf-Weblog wärmstens empfehlen.

Oder natürlich können auch direkt beim Bundesamt für Statistik oder Bundesamt für Gesundheit qualifizierte Informationen statt SVP-Polemik über die Entwicklung der Drogenszene bezogen werden.


Mar 2 2007

Leserbrief: Jungpolitiker in den Kantonsrat!

Als Antwort auf diesen Bericht aus der Vorstadt: Hoffen der Kleinen, Bangen der Grossen


Eine Verjüngung des Kantonsrates ist dringend notwendig. Die wenigsten Mitglieder sind unter 40 Jahre alt. Der Verkehrsrichtplan, welcher in den letzten Wochen immer wieder zu hitzigen Diskussionen geführt hat, betrifft die Verkehrsplanung im Kanton Zürich während mehreren Jahrzehnten. Was die Mitglieder des Kantonsrates im Jahre 2007 an Strassenausbau beschliessen, wird uns erst dann in die Sackgasse führen, wenn viele Strassenfans schon längst zurückgetreten und pensioniert sind.

Dies ist nur ein Beispiel von vielen, welches aufzeigt, dass politische Entscheide nicht von denjenigen gefasst werden, welche deren Folgen tragen müssen. Es ist also wichtig, dass junge Leute eine starke Stimme bekommen: Sie sind von den politischen Entscheiden, zum Beispiel im Bereich des Klimaschutzes und der zukünftigen Verkehrsentwicklung, am stärksten betroffen.

Die Grünen sind tatsächlich diejenige Partei, welche sich der Förderung von jungen, politisch engagierten Erwachsenen in besonderem Masse verschrieben hat: In keiner anderen Partei konnten sich ähnlich viel Jungpolitiker einen aussichtsreichen Listenplatz für die Kantonsratswahlen sichern, und dies nicht nur im Kreis 11/12.