AKWs sind nicht CO2-neutral
Es gibt keinen CO2-freien Strom. Bezüglich der Kohlendioxidintensität der Stromproduktion bestehen aber grosse Unterschiede.
Der Blick hat eine einfache Auflistung des Kohlendioxidaustosses pro Kilowattstunde veröffentlicht:
- Solar-, Wasser- und Windenergie: 10-40 g CO2/kWh
- Wärme-Kraft-Kopplungsanlage im eigenen Keller: 220-250 g CO2/kWh
- Geplante Schweizer Gaskombikraftwerke: 330-360 g CO2/kWh
Neue Braunkohlekraftwerke in Deutschland: 1000-1100 g CO2/kWh
Atomstrom: zwischen 10 und 160 g CO2/kWh findet man alle Werte. Eine Studie der Universität Sydney kommt auf einen Mittelwert von 60 g CO2/kWh, also mindestens 50% mehr als die nachhaltigsten Stromproduktionsformen.
Liebe FDP, angesichts der sicherheitspolitischen Probleme vor welche uns neue AKWs stellen (nicht zu sprechen von den Konflikten mit unseren Nachbarländern) und angesichts der Tatsache, dass es unverantwortlich scheinen muss, für wenige Jahrzehnte Stromproduktion der Nachwelt während mehreren hunderttausend Jahren strahlenden Abfall zu überlassen, macht bitte ernsthaft bei der Förderung erneuerbaren Energien mit.
Diesmal ist es notwendig, dass die Vernunft über die Marktgläubigkeit gewinnt damit auf politischem Wege schnelle Massnahmen durchgesetzt werden können, wie dies in der Stern Review on the economics of climate change verlangt wird.
Es ist auch zu hoffen, dass der Hauseigentümerverband seine kurzsichtige Interessenpolitik hinter sich lässt und mitzieht. Das Energieeinsparpotential der Renovation von alten Gebäuden ist gigantisch, aber trotzdem gibt es immer mehr velotternde Wohnungen. Wo bleibt da die so oft angepriesene Selbstverantwortung? Leider scheinen die Bürger-lichen nur zur Selbstverantwortung fähig zu sein, wenn es um eigene Profitmaximierung geht. Wenn aber Investitionen in unsere gemeinsame Zukunft getätigt werden sollten, ist der Ignoranzpegel meistens auf das Maximum aufgedreht.
Je später die Bürger diejenigen Politiker wählen, welche gemerkt haben, dass sich die Welt verändert und dass Handeln dringend wäre, desto grösser und damit teurer werden die nötigen Anpassungen werden. Braucht es noch mehr Gründe zum Handeln? Hier ist noch einer: First-mover advantage
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PS: Auf die SVP wartet niemand mehr. Wer wenige Tage nach dem Erscheinen des IPCC WG1 SPM schon wieder behauptet, der Einfluss des Menschen auf das Klima sei nicht bewiesen sondern eine einfache Hypothese, dem ist nicht mehr zu helfen. Das ist wissentliches Belügen der Bevölkerung.
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