SP und Links-Grüne = Linksautonome?
Das Haus der Zürcher SP-Ständeratskandidatin Chantal Galladé wurde letzte Nacht verschmiert, wobei die Parolen auf eine linksautonome Täterschaft hinweisen.
Während Vandalismus zu verurteilen ist, gibt es doch auch eine gute Seite: Es zeigt sich nämlich, dass es (ja, liebe Bürgerliche) auch zwischen den Links-Grün-Roten und den Links-Autonomen grosse Meinungsverschiedenheiten gibt. Die Linke ist ebensowenig eine homogene Gruppe wie die Bürgerlichen dies sind, und nicht jede Tat der Linksautonomen kann den linken Parteien in die Schuhe geschoben werden.
Es gibt natürlich auch innerhalb dieser Parteien Meinungsverschiedenheiten. Ich bin mit gewissen Punkten in Galladés Programm ebenfalls überhaupt nicht einverstanden. Trotzdem greife ich nicht zum Farbbeutel oder zur Spraydose, mit anderen Methoden kann ich meine politischen Positionen einiges wirkungsvoller vertreten.
October 16th, 2007 at 19:25
Ob Bolschewiken, Trotzkisten oder Menschewiki, alles zieht etwa in die gleiche Richtung. Dass die Bolschewiki den Trotzkisten ans Leder ist, weiss man ja inzwischen, und irgendwo muss Frau Galladé es offenbar einer Hardliner-Fraktion nicht recht gemacht haben, dass man jetzt ihr Häuschen eingefärbt hat. Ob jetzt die Autonomen politisch ganz rot, ganz grün, oder farblich irgendwo zwischen grün und rot angesiedelt sind, wird man offenbar nicht so schnell herausfinden.
Aber wie heisst es so schön? Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder?
October 17th, 2007 at 14:32
Chantal Galladé, Mitglied der Spice Girls der SP und der institutionalisieren Linken, kann man wohl kaum den revolutionären Strömungen zurechnen…
Ich glaube auch nicht, dass der Streit innerhalb der Linken wesentlich grösser sein soll als derjenige innerhalb der Bürgerlichen — und falls doch, dann nur, weil es niemand aus CVP, FDP etc. mehr wagt, der SVP zu widersprechen, da sie sonst vom Hanf-Ueli und vom Blochi aufs Dach bekommen. Wirklich liberale Bürgerliche gibt es heute am ehesten links der politischen Mitte (z.B. die Kandidierenden der grünen Unternehmerliste), da die FDPler alles Rückgrat verloren haben.
October 23rd, 2007 at 20:02
Dass die FDPler jedes Rückgrat verloren hatten, sieht man plastischen Beispiel der Stadt Bern. Wer gegen Autofahrer stimmt, wer mit Rot-Grün gemeinsame Sache macht, kriegt bei den nächsten Wahlen eins auf den Deckel.
Die ‘Mitte’-Parteien müssen wissen, was sie wollen. Mit den Linken paktieren bringt nur sehr temporär etwas, genauso wie die eigenen Ideale verraten, wie es die CVP gemacht hat. Was den Namen “Liberal” trägt, muss sicherstellen, dass der Bürger dort hinkommt mit dem Verkehrsmittel seiner Wahl, und der “Christlich” ist, sollte sich seine Position zur Abtreibung ohne zwingende medizinische Indikation haargenau überlegen. Mitmachen beim Steuern senken bringt auch Stimmen.
Wenn ich heutzutage politisch in der Schweiz stehen bleibe, rutsche ich nach Rechts ab. Wenn ich mit den Bürgerlichen mitgehe, dann geht es immer mehr nach links. Die SVP hat sich durch diese Bewegungen einige urbane Schichten erschlossen, die davon die Nase voll haben. Wie die diesjährigen Wahlen, bis auf wenige Exempel, mehr als bewiesen haben.
October 26th, 2007 at 13:33
[...] Chantal Galladé hat mich zwar auch nicht überzeugt, aber immerhin wäre jemand jüngeres zum Zuge gekommen. [...]