Fazit zu den Nationalratswahlen 2007

Die Wahlen sind vorbei, einen Kommentar meinerseits halte ich extrem kurz:

  • Rein für die Jungen Grünen Zürich war die Wahl ein Erfolg — mit 0.7% Wähleranteil im Kanton Zürich sind wir die Jungpartei, welche am besten abgeschnitten hat. Natürlich ist dies nicht allzu schwer, wenn man auf der grünen Welle mitreiten kann…
  • Mit Bastien Girod wurde ein Junger Grüner gewählt, welcher das Durchschnittsalter des Parlaments etwas drücken wird. Trotz manchmal angeheizten Diskussionen zwischen uns: Herzliche Gratulation!
  • Für die Linke als Ganzes waren die Wahlen ein Debakel. Dass die EDU und Ulrich Schlüer (falls Hanf-Ueli Maurer nicht Ständerat wird) ihre Sitze verloren haben, ist nicht mehr als ein kleiner Lichtblick angesichts des Sitzverlustes der linken Parteien an die Mitte.
  • Die SP fordert völlig zurecht, dass Wahlspenden künftig nicht mehr anonym abgegeben werden können. Mehr Transparenz ist gefordert.

Zum Abschluss möchte ich nur noch auf den treffend geschriebenen Kommentar von Hugo Stamm verweisen: Nur die grössten Kälber…. Das sich ein Sektenexperte kritisch zum Wahlkampf der Sehr Verdächtigen Partei äussert, kommt kaum von ungefähr.


4 Responses to “Fazit zu den Nationalratswahlen 2007”

  • Lucien.S Says:

    Gut das Herr Schlüer abgewählt wurde, aber Schade dass Herr Girod gewählt wurde!

    Ich sage nur… fast 1/3 des Landes kann einfach nicht falsch liegen! 0.7% jedoch schon…. Der Tagi Artikel ist ja wiedermal sehr einseitig, können wir nicht mal einen neutralen Beitrag haben ? Nachdem die SVP 9 Sitze mehr hat, könnte man aufhören auf ihr rumzuhacken und dauernd neue Sachen finden die sie nicht ganz 100% richtig macht sondern einfach mal auf richtige Politik konzentrieren, in den letzten Monaten war die Politik der linken nur: “Abattre Blocher!”

    Gruss Lucien


    SAGT NEIN ZUM SUV-STOP!!!

  • Matthias Kestenholz Says:

    Hallo Lucien,

    Danke für den Kommentar. Ich habe nicht den Anspruch, neutrale Berichterstattung zu machen, im Gegenteil. Ich sage meine Meinung zu den Themen, welche mich beschäftigen.

    Dass gewisse Linke mal auf etwas anderes als auf die Abwahl Blochers stürzen sollten finde ich völlig richtig. Wer keine eigenen Themen vertritt, wird nicht gewählt. Es gibt aber eine Art und Weise, Politik im Hinblick auf die Aufmerksamkeitsökonomie zu betreiben, welche mir nicht gefallen will. Polemik zahlt sich zwar während den Wahlen aus, erschwert später aber die Ausarbeitung von kompromissfähigen Lösungen am runden Tisch. So gesehen hat die SVP sicher einiges Geschirr zerschlagen.

    Unter gewissen faschistischen Regimes haben sich übrigens grosse Teile der Bevölkerung für menschenrechtswidrige Massnahmen ausgesprochen. Die grosse Masse hat also nicht immer recht. (Ich will die SVP nicht in die Nähe dieser Regimes rücken wie dies andere Linke gern machen — es gibt zum Glück noch immer wesentliche Unterschiede.)

  • mousseman Says:

    Jetzt müsste nur noch Maurer Ständerat werden, um euch noch den letzten Rest Champagnerlaune zu verderben…und euch ins Tal der Tränen zu schicken.

    Aber eigentlich habt ihr es ganz gut vergeigt:

    • unfähige Kommunikation
    • unfähige Politiker (wieso ist fast überall, wo Rot-Grün an der Macht ist, ein Budgetdefizit? Naturgesetz?)
    • Attacke auf Blocher – das bringt euch nichts. Wir gehen auf euren Stil und ihr hab’s hoffentlich gemerkt.
    • Der 6. Oktober war euer Hiroshima. Wer glaubt, dass die ‘nur ideelle’ Unterstützung des schwarzen Schafs(eckels?) etwas gebracht hat, wurde eines besseren belehrt, weil dann alle in den gleichen Topf geschmissen wurden.

    Es ist nicht nur das Geld, dass euch gefehlt hat. Ansonsten hätte die SVP rein rechnerisch etwa 45% der Sitze holen müssen.

    Einige Exponenten wurden allerdings nicht wegen der nationalen SP-Kampagne nicht widergewählt, wie z.B. Boris Banga. Er hat wohl noch nicht kapiert, dass es eine Menge linksdenkender Waffenbesitzer gibt.

    Waffenbesitzer, die nicht ex-Waffenbesitzer werden wollen. Und bei 3 Millionen Schusswaffen macht das so um die 600000 potentielle Wähler. Früher nannte man solche Leute auch “Arbeiterschützen”, es gab auch reihenweise Vereine.

    Seitdem einige extrem kurzsichtige Sozis bei der Entwaffnungsinitiative mitmachen, gehen euch die Wähler ab. Und Waffenbesitzer wählen konsequent nur noch SVP, weil sie wissen, wieso.

    Aber offenbar wird euch die Lektion nur ins Hirn gehen, wenn ihr mal gleichauf mit den Grünen sind.

    Bevorzugt bei 5% Wähleranteil pro Partei.

  • Matthias Kestenholz Says:

    Es wird sich noch zeigen, ob die Waffeninitiative die Linke eher vorwärts oder rückwärts bringt. Die Unterschriftensammlung geht auf jeden Fall gut vorwärts, vor allem Frauen unterschreiben gerne und schnell. Mit dem steigenden Anteil von Frauen, welche wählen gehen, wird somit auch die vernünftige Linke gestärkt. DIe radikale Linke stösst ebenso ab wie die radikale Rechte.

    Budgetdefizit bei rot-grünen Regierungen? Der rotgrün regierten Stadt Zürich geht es glänzend, dem stockbürgerlichen Kanton Zürich hingegen überhaupt nicht. Wie war das nun schon wieder mit dieser Behauptung?

    Und wer ist mit dem “schwarzen Schafseckel” gemeint? Hat diese Aussage noch in der “schwarzes Schaf”-Symbolik Platz oder ist jetzt die Grenze zum Rassismus definitiv überschritten?