Unmenschliche und unverständliche Ausschaffungspraxis

Sonia, zwölfjährig, “ein Musterbeispiel für gelungene Integration”, droht die Ausschaffung nach Nigeria durch das Zürcher Migrationsamt. Ich erwarte, dass sie dank der Medienpräsenz, welche sie durch ihre unverständliche Geschichte erhält, dazu führen wird, dass sie schlussendlich in der Schweiz bleiben darf.

Diese Geschichte nervt mich. Warum braucht es immer zuerst die mediale Aufmerksamkeit, bevor unsere Behörden den gesunden Menschenverstand walten lassen? Warum muss man sie mit rechtlichen Mitteln dazu zwingen, Vater und Tochter überhaupt erst anzuhören? Mit welcher Begründung schlagen die Behörden das Urteil des schulpsychologischen Dienstes in den Wind? Warum kann der vorhandene Handlungsspielraum nicht schon vorher auf eine menschenfreundliche Art ausgenutzt werden?

Braucht es wirklich mehr Gesetze, um eine menschenwürdige Praxis einzuführen? Kann man nicht mehr davon ausgehen, dass die beste Lösung für alle Beteiligten gesucht wird?

Viele Fragen, wenige Antworten. Hoffentlich kann wenigstens ich einen Beitrag dazu leisten, dass die richtigen Fragen gestellt werden.


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