Archive: October, 2007

Folterstaat USA

Gerade den Linken wird häufig vorgeworfen, sie seien anti-amerikanistisch eingestellt. Dazu muss ich aber sagen: Wenn man die Zeitung liest hat man allen Grund dazu! Nach 9/11 hat das Weisse Haus Folter erlaubt. Das ist — tut mir leid für den Ausdruck — total zum Kotzen und zeigt einmal mehr, wie weit sich die USA in den letzten Jahren von einem liberalen Rechtsstaat entfernt hat. Im Namen der Terrorbekämpfung werden Menschenrechte missachtet, Datenschutzrichtlinien bis zur Nichtexistenz aufgeweicht und wird Kalter-Krieg-Rhetorik aufgewärmt.

Wenigstens gibt es auch in den USA selbst Leute, welche begriffen haben, wie verhängnisvoll die Aussenpolitik USAs für die Werte ist, für welche die USA gerne einstehen möchte, so z.B. “Sadly No!”, über welchen ich überhaupt auf diesen Bericht gestossen bin. Sehr empfehlenswert ist auch der Text über 9/11, “We are the dead”.

Originalbericht in der New York Times: Secret U.S. Endorsement of Severe Interrogations

Steuersenkungen in St. Gallen

Dank NFA-Geld und guter Konjunktur will auch die St. Galler Regierung mit den Steuern runter. Warum kriegt ein Kanton soviel Ausgleichsgeld, dass er anschliessend die Steuern senken kann und die Abwärtsspirale im Steuerwettbewerb weiterdrehen kann? Das finde ich unverständlich.

Die gute Konjunktur trage auch dazu bei, dass die Steuern gesenkt werden können, schreibt der Tages-Anzeiger im Bericht. Was ist aus dem keynesianischen Prinzip geworden? Wenn es der Wirtschaft gut geht, können die Steuern gesenkt werden. Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, müssen die Steuern auch gesenkt werden, damit wieder Schwung in die Wirtschaft kommt. Irgendwo muss dieses Geld ja eingespart werden, so zum Beispiel bei der Bildung und bei der Jugendförderung? Bevor die neoliberale Wirtschaftspolitik zu vorher ungekannten Wachstumszahlen, aber auch zu verheerenden Finanzcrashes geführt hat, wurde in guten Zeiten Geld gespart, mit welchem die Wirtschaft in schlechten Zeiten angekurbelt werden konnte. Das hat vom Ende des 2. Weltkrieges an mehrere Jahrzehnte lang perfekt funktioniert. Was führte zu diesem unverständlichen wirtschaftspolitischen Paradigmenwechsel auf Kosten des Sozialstaates, des Mittelstandes und der globalen Gerechtigkeit?

Taser-Einsatz bei Aussschaffungen neu erlaubt?

Der Nationalrat will die Anwendung von Elektroschockwaffen (Tasern) bei Ausschaffungen zulassen. Laut Amnesty International sind Taser aber keineswgs ungefährlich: In den USA sind schon über 220 Leute nach einem Taser-Einsatz gestorben. Diese Waffen sollen natürlich nur ‘”den Umständen angemessen” und unter einer grösstmöglichen Wahrung der Integrität der betroffenen Personen eingesetzt werden’, wie der Tages-Anzeiger schreibt. Das klingt ziemlich lächerlich, wenn man die unverhältnismässige Anwendung von polizeilicher Gewalt u.a. in der Stadt Zürich bedenkt. Oder wie soll es anders bezeichnet werden, wenn drei 15jährige Mädchen auf dem Polizeiposten wegen Kiffens ausgezogen werden?

Die Jungen Grünen Zürich haben auf diese Missstände hingewiesen und haben dadurch sehr viele positive Rückmeldungen von Betroffenen erhalten.

Nachtrag zu den Gentech-Freisetzungsversuchen

Jetzt gibt es doch noch Protest gegen die angekündigten Gentech-Freisetzungsversuche in Zürich und Pully, wie der Tages-Anzeiger schreibt. Aus der Sicht der Rekurrenten ist die Sicherheit nicht gewährleistet. Gut, dass trotz der massiven Beschränkung des Beschwerderechtes Einsprachen eingereicht werden konnten.

Linke sind unzufriedener als Rechte

Mal ohne persönlichen Kommentar verweise ich auf den Text über Linke und Rechte, welcher soeben auf Spiegel Online veröffentlicht wurde: Politik und Glück: Linke sind unzufriedener als Rechte

Gehen Sozialisten weniger glücklich durchs Leben als andere? Ja, glauben Forscher, die Fragebögen Tausender Menschen aus 70 Ländern ausgewertet haben. Wie zufrieden man sich fühlt, ist demnach eine Frage der politischen Orientierung.