Entwicklungshemmer Klimawandel

Unter den hundert grössten Verliererländern des Klimawandels befinden sich fast nur arme Länder. Diese tragen wenig Schuld am Klimawandel, werden aber besonders hart getroffen. Die sozioökonomische und politische Struktur diser Länder ist zudem wenig tragfähig, so dass sie mit den sowieso schon höheren Herausforderungen nochmals schlechter umgehen können werden als wir, glückliche Einwohner von industrialisierten Ländern mit einer funktionierenden Gesundheitsversorgung, einem starken Sozialstaat und einer erfolgreichen Wirtschaft.

Wir haben eine moralische Verantwortung, den Ländern des Südens aus der Patsche zu helfen. Hilfreich sind dabei nicht Schnellschussaktionen aus Mitleid, wie sie gewisse Prominente zu verantworten haben, sondern langfristige Engagements in den betroffenen Ländern, Beseitigung der strukturellen Ungleichheiten im weltumspannenden Waren- und Finanzhandel sowie Stärkung der Frauenrechts- und übrigen Bürgerrechtsbewegungen. Das soll keine abschliessende Liste sein, aber klar machen, dass es sowohl das Engagement vor Ort als auch ein Umdenken in den Wirtschaftszentren des Nordens braucht. Die neoliberale Ideologie des Trickle-Down-Effektes hat sich als schöner klingende versteckte Umverteilung von unten nach oben herausgestellt.

Die Folgen des Klimawandels treffen dort besonders hart, wo die sozioönomischen Strukturen wenig tragfähig sind. Der Klimawandel ist nur eines der Probleme, welche die Entwicklung der armen Länder behindert — ein Problem aber, welches in Zukunft die Lösung vieler anderer Probleme schwieriger und teurer machen wird. Eine einseitige Konzentration auf die Bekämpfung des Klimawandels führt nicht zu einer besseren Welt. Das ändert aber nichts daran, dass wir auch gegen den Klimawandel antreten sollten.

Siehe dazu auch die Forderungen der EvB zur Entwicklungshilfe.