Stromlücken, Kernkraftwerke und Sicherheitspolitik

Die Schweizer Behörden haben die Atom-Akten möglicherweise zu spät vernichtet, die Baupläne für einen neuartigen Atomsprengsatz könnten sich bereits in falschen Händen befinden. Wer sich jetzt darüber aufregt, aber trotzdem verlangt, dass neue Atomkraftwerke gebaut werden, hat nicht begriffen, dass die Atomwaffentechnologie in denselben Topf wie die Stromproduktion mittels Kernkraft gehört.

Gefordert ist eine zukunftsträchtige Energieproduktionsform, welche auch in die Länder exportiert werden kann, welche auf keinen Fall in den Besitz von Nuklearwaffen kommen sollten (falls es überhaupt andere Länder gibt!). Das Geld würde besser in die Weiterentwicklung der Technolgie der Wasser-, Wind- und Solarkraft sowie Erdwärme gesteckt werden, das ist nachhaltiger und zudem sicherheitspolitisch unbedenklich.

Wer vor der Stromlücke warnt und die Kernkraft als Ausweg empfiehlt, dabei alle sicherheitspolitischen Bedenken und den Nachhaltigkeitsgedanken vernachlässigt, hat tatsächlich die relative Bedrohung der Möglichkeiten aus dem Auge verloren.

PS: Keine neuen AKWs im Namen des Klimaschutzes, sie sind auch nicht CO2-neutral.


6 Responses to “Stromlücken, Kernkraftwerke und Sicherheitspolitik”

  • Michael Jäger Says:

    Meine Herren, Du wirfst Themen durcheinander wie andere Leute Salat mischen: Friedliche Atomkraft in einem zivilisierten Staat hat mit der Proliferation nichts, aber auch gar nichts zu tun. Auch wenn alle Leute sich eine Solarzelle auf den Rücken binden, gäbe es noch immer irgendwo einen Tinner, der Zentrifugen- und Sprengkopf-Baupläne in die Dritte Welt verhökert.

    Die Stromlücke ist ein zu ernstes Problem, als das man das vermischen düfte. Wohl deshalb findet sogar ein sozialdemokratischer Energieminister ein neues AKW gar keine schlechte Idee.

  • Matthias Kestenholz Says:

    Im Ansatz hast Du Recht, Du denkst aber zuwenig weit. Wenn wir die Chance packen und jetzt neue Technologien entwickeln, erreichen wir gleich mehrere positive Dinge auf einmal:

    • Wir zeigen vor, dass sich Wohlstand und umweltfreundliche Energieproduktion nicht widersprechen.
    • Wir zeigen einen Ausweg aus dem Dilemma auf, dass wir an heute unterentwickelte Staaten keine Atomtechnologie verkaufen wollen, gleichzeitig aber aus Klimaschutzgründen verhindern möchten, dass dort massiv Öl und Kohle verbrannt wird.
    • Und natürlich das Offensichtliche: Wir versorgen uns selbst auf nachhaltige Weise!
  • Patriot SD Freund Says:

    Um das Energie- und Nahrungsmittelproblem zu lösen, gibt es meiner meinung nach nur eine Lösung: Sparen!!!!!!!!!!!!!!!! Ein wichtiger Punkt wäre hier bei die verkleinerung der Weltbevölkerung durch nachhaltige Geburtenraten. Anderst sind die Umwelt- , Energie- und Nahrungsprobleme (insbessondere das Umweltproblem) nicht zu lösen. Für mich kommt es nicht in Frage Atomkraftwerke zu bauen, welche mit ihrer Strahlung unsere Umwelt langfristig belasten. Ich verstehe auch nicht wie Verükte Atombomben bauen können.

  • Matthias Kestenholz Says:

    Du sprichst mit den nachhaltigeren Geburtenraten einen wichtigen Punkt an. Ohne eine Senkung der Geburtenraten wird es für Entwicklungsländer schwierig werden, aus der Armut herauszukommen. Diejenigen, welche in der Entwicklungszusammenarbeit aktiv sind, haben dies glücklicherweise erkannt und unterstützen jetzt (unter anderem) gezielt Frauen und lokale Frauenorganisationen — es hat sich herausgestellt, dass dies die beste Methode ist, die Geburtenraten zu senken, zudem ganz ohne Zwang (vgl. 1-Kind-Politik in China o.ä.)

    Der Hinweis auf Sparen ist ebenso wichtig: Ohne Sparen geht nichts, die Fortschritte bei der Erzeugung von Energie werden durch den Mehrverbrauch sofort aufgefressen. Es ist aber wichtig, darauf hinzuweisen, dass Sparen nicht gleichbedeutend ist mit Komforteinbussen. Ein energieeffizientes Minergiehaus beispielsweise ist für die Bewohner einiges angenehmer als ein Haus, welches vor einigen Jahrzehnten im Ölboom gebaut wurde; wenigstens seitdem die Kinderkrankheiten ausgemerzt wurden.

  • Patriot SD Freund Says:

    Endlich mal etwas wo du mit mir mal mehr oder weniger einer meinung bist!!!

  • Jörg Djuren Says:

    Zu behaupten, dass die friedliche Atomenergienutzung in einem demokratischen Staat mit Proliferation nichts zu tun hat ist schon mehr als albern. Das Wissen für die pakistanische Bombe stammt aus Deutschland und den Niederlanden. Schweden, Deutschland u.a. friedliche Staaten haben ihr Atomprogramm mit militärischen Interessen begonnen, usw..

    All dies findet Ihr ausführlich ausgeführt und mit Belegen unter: http://irrliche.org/politische_kritik/atomwaffen_proliferation.htm