… das sind Autohasser!

… sagt Max Nötzli über die Initianten der Initiative für eine menschenfreundlichere Mobilität (auch: Offroader-Initiative) im Blick.

Ganz sicher nicht. Das Auto hat seine Berechtigung und soll auch eingesetzt werden dürfen. Die Initiative richtet sich rein gegen Exzesse — es gibt keinen Fahrzeugtyp, von welchem nicht mehrere Modelle immer noch zugelassen wären.

Dass die Gefährdung der übrigen Verkehrsteilnehmer und Kinder durch Offroader übermässig hoch ist, wurde treffend und extrem tragisch in Belgien demonstriert: Ein Vater hat seine zweijährige Tochter überfahren weil er sie schlicht und einfach übersehen hat.

Es geht mir beileibe nicht darum, aus einer Tragödie Kapital für unsere Initiative zu schlagen. Einmal mehr wird aber klar, dass Handeln angebracht ist, dass es uns nicht um eine Spassbremse geht, sondern darum, Verletzungen und Todesfälle im Strassenverkehr zu reduzieren! Die Klima- und Luftbelastungsproblematik kommen da natürlich noch dazu, aber darüber habe ich schon genügend oft geschrieben.


4 Responses to “… das sind Autohasser!”

  • Oliver Konrad Says:

    Das heranziehen des Beispiels aus Beligen zeigt ganz deutlich, wie polemisch argumentiert wird. Bei jedem Familien-Van ist die Rückscheiben Unterkante mindestens so hoch wie bei einem Offroader! Aber auch bei einem ganz normalen Kombi oder einem Coupe ist ein zweijähriges Kind, dass dahinter steht oder noch schlimmer dahinter sitzt, nicht zu sehen! Ein sich seiner Verantwortung bewusster Automobilist, egal welches Auto er fährt, vergewissert sich vor dem einsteigen, dass sich nichts hinter seinem Auto befindet. Auch ich muss immer darauf achten, dass unser Kind oder unsere Katze nicht im Fahrbereich stehen. Ein weiteres Argument ist auch immer die zugegeben stark ausgeprägte und hohe Front. Aber das würde auch bedeuten, dass jeder Bus, LKW, Car, Lieferwagen, Van, Zug und jedes Tram wegen zu hohem Gefährdungspotential verboten werden müsste. Das einzige was mit all diesen Verboten erreicht wird ist, dass die Eigenverantwortung und die eigene Risikoanalyse im persönlichen Handeln immer mehr vernachlässigt und auch nicht mehr gelernt wird. Und zum Schluss noch eine ganz persönlich, subiektive Wahrnehmung von mir, bei meiner täglichen Teilnahme am Strassenverkehr: die schnellsten und unkonzentriertesten FahrerInnen in der 30km/h-Zone am Vormittag sind die diversen VanfahrerInnen welche durch die Quartiere rauschen. Dabei gehe ich davon aus, dass die meisten von diesen selbst Kinder und / oder Haustiere haben und deshalb besonders sensibel sein sollten. Aber wenn das eigene Kind mal ausgestiegen ist, braucht man sich ja um das Umfeld keine Gedanken mehr zu machen. Es lebe die verlogene Doppelmoral – gerade so wie es persönlich passt!

  • Matthias Kestenholz Says:

    An diesem Kommentar ist so ziemlich alles falsch. 1. Bei der Initiative für eine menschenfreundlichere Mobilität geht es zwar tatsächlich in erster Linie um Offroader, aber nicht ausschliesslich. Es geht um Fahrzeuge welche mehr als 250g CO2/km ausstossen, schwerer als 2.2t sind oder eine besonders gefährliche Frontpartie (zugegeben, ein schwammiger Begriff) besitzen. Würde man den Initiativtext lesen statt zu polemisieren, wüsste man dies. 2. Der Nutzwert eines Zugs, Trams, Autobusses usw. ist einiges höher als derjenige eines Offroaders. Warum diese so verschiedenen Fahrzeuge direkt miteinander verglichen werden sollen, ist nicht klar. 3. Ich teile diesen Eindruck, muss aber natürlich trotzdem noch etwas hinzufügen: Zu den rücksichtslosesten Automobilisten gehören in der Innenstadt auch die SUV-Fahrer. Dass SUV-/Offroader-Fahrer eher zu schnell fahren zeigt auch die Bussenstatistik, dass ist also kein Wunschdenken spassfeindlicher, linksgrüner Kreise.

  • Oliver Konrad Says:

    Ich nehme die Kritik an meinem Komentar an und kann sie akzeptieren. Mit der Initiative habe ich mich übrigens gut auseinander gesetzt, da ich ja wissen will für was ich mich entscheide. Eigentlich bin ich auch nur zufällig bei der Suche nach einer Statistik auf dieser Seite gelandet. Ich hatte dann aber doch, ganz sponan aus dem Bauch heraus das Bedürfnis mich zu äussern, da wie bereits gesagt, der Verweis auf die Fälle in Belgien völlig unangebracht, weil nicht haltbar, ist. Mir persönlich ist es auch fast egal ob diese Initiative angenommen wird oder nicht, da sie mich (auch wenn vieleicht ein anderer Eindruck entstanden ist) nicht in meiner persönlichen Freiheit betrifft. Unser Suzuki Swift 1.4 läuft ja nicht unter Offroader. Womit ich aber wirklich Mühe habe, ist die Tendenz der heutigen Gesellschaft. Es werden immer mehr Gesetzte und immer mehr Feindbilder geschaffen: Alt gegen Jung, Familienhundebesitzer gegen Kampfhundebesitzer, Rauche gegen Nichtraucher, Kleinwagenfahrer gegen Offroaderbesitzer, Schlanke gegen Übergewichtige, Extremsportler gegen Spaziergänger, usw. Immer wieder werden Randgruppen, welche mit Vorteil weniger als 30% der Bevölkerung ausmachen, gepackt und mit grossem Medienaufwand dem Rest zum anprangern vorgeworfen. Sicher gibt es dabei viel kritikfähiges Potential, denn vieles ist schädlich und kostet die Allgemeinheit viel Geld. Aber was soll den das Ziel sein? Eine perfekte, stetts gesunde, immer brav funktionierende und absolut uniforme Gesellschaft? Alleine in diesem Verhalten liegt der Grund, weshalb ich mich ab solchen unsachlichen Vergleichen störe. Nicht nur bei den Offroadern, sonder auch bei den anderen Themen. Was diese Verhalten für eine zukünftige Gesellschaftsordnung mit sich bringt, wird die Zukunft zeigen müssen. Damit verabschiede ich mich wieder von diesem Blog und wünsche uns allen eine schöne heile Welt!

  • gummiboot.net Says:

    Ich geb dir vollkommen Recht Matthias. Jedes Jahr sterben viel zu viele Menschen im Strassenverkehr und Sicherheit sollte GROß geschrieben werden.