Category: Atomenergie

Nehmt das AKW Tricastin endlich vom Netz!

Wenn die Atomfans und Strombarone in Frankreich nicht so Angst vor der Schlagzeile hätten, dass ein Atomkernkraftwerk (tschuldigung, Kernkraftwerk) abgeschaltet wird, hätten sie es schon lange vom Netz genommen. Nach dieser Häufung von Zwischenfällen in den letzten Monaten ist wirklich langsam klar, dass dieses AKW nicht in verantwortungsvoller Weise weiter betrieben werden kann. Beim letzten Zwischenfall wurde der Reaktor während Wartungsarbeiten evakuiert.

Falls irgendjemand die Atomtechnologie als nötig verkaufen will, täte er gut daran, ebenfalls die Abschaltung dieses Schrotthaufens zu fordern. In der letzten Zeit gab es so viele Negativschlagzeilen, dass das Vertrauen in die Technologie ganz sicher beschädigt wurde — dies auch zu Recht.

Atomunfälle: Es wird langweilig…

Schon wieder ein Atomunfall, diesmal nicht in Frankreich, sondern in Österreich: Plutoniumproble platzt in Uno-Labor

Wenn es nicht Leute gäbe, welche ein neues AKW als einzigen Ausweg aus der herbeigebeteten Stromlücke sähen würden, könnte man bei Atomunfällen einfach darauf hoffen, dass das Atomenergiezeitalter sowieso bald vorbei sein werde. Da dies aber nicht so ist, muss trotzdem auf jeden einzelnen dieser Vorfälle hingewiesen werden.

Soso…

20 Minuten: Dritter Atom-Unfall: 15 Personen verstrahlt

Das Vertrauen in die Atomtechnologie schwindet weiter. Wenn die Schweizer Stromkonzerne tatsächlich neue Kernkraftwerke bauen möchten, müssen sie wohl gute Überzeugungsarbeit leisten.

Vertrauen in Atomtechnologie nach Unfall schwer beschädigt

Was ist das bisherige Fazit des Uranunfalls in der südfranzösischen Atomanlage Tricastin?

  • Die Wasserentnahme aus den betroffenen Flüssen wurde verboten.
  • Der Verzehr von Fischen aus diesen Gewässern und das Baden wurden verboten.

Heute hören wir die Einschätzung unabhängiger Forscher, welche meinen, dass die Umwelt wesentlich stärker belastet wurde, nämlich bis zu 100 mal höher, als jährlich zugelassen ist. Die Kommunikation durch die Behörden lässt zu wünschen übrig, Ängste und Bedenken werden durch die Behörden beiseite gewischt, welche die Gefahr für die Bevölkerung als “gering” eingestuft haben!

Bei diesem Vorkommnis bleibt nur noch zu sagen: Freuen wir uns auf den Bau weiterer Atomkraftwerke! Die Technik haben wir zwar nicht mehr im Griff, da zuwenig Atomexperten ausgebildet werden. Aber alles ist besser, als einen energiesparenderen (dadurch umwelt- und klimafreundlicheren) Lebensstil zu pflegen!

Stromlücken, Kernkraftwerke und Sicherheitspolitik

Die Schweizer Behörden haben die Atom-Akten möglicherweise zu spät vernichtet, die Baupläne für einen neuartigen Atomsprengsatz könnten sich bereits in falschen Händen befinden. Wer sich jetzt darüber aufregt, aber trotzdem verlangt, dass neue Atomkraftwerke gebaut werden, hat nicht begriffen, dass die Atomwaffentechnologie in denselben Topf wie die Stromproduktion mittels Kernkraft gehört.

Gefordert ist eine zukunftsträchtige Energieproduktionsform, welche auch in die Länder exportiert werden kann, welche auf keinen Fall in den Besitz von Nuklearwaffen kommen sollten (falls es überhaupt andere Länder gibt!). Das Geld würde besser in die Weiterentwicklung der Technolgie der Wasser-, Wind- und Solarkraft sowie Erdwärme gesteckt werden, das ist nachhaltiger und zudem sicherheitspolitisch unbedenklich.

Wer vor der Stromlücke warnt und die Kernkraft als Ausweg empfiehlt, dabei alle sicherheitspolitischen Bedenken und den Nachhaltigkeitsgedanken vernachlässigt, hat tatsächlich die relative Bedrohung der Möglichkeiten aus dem Auge verloren.

PS: Keine neuen AKWs im Namen des Klimaschutzes, sie sind auch nicht CO2-neutral.