Jun
10
2008
Der Stromkonzern Atel hat beim Bundesamt für Energie ein Rahmenbewilligungsgesuch für den Baueines neuen Atomkraftwerks im Solothurner Niederamt eingereicht. Die Vorbereitungen für solche Gesuche liefen schon länger auf Hochtouren. Die Gegnerschaft (Greenpeace, Grüne usw.) haben lange geschlafen — werden sie es hinkriegen, eine breite Widerstandsbewegung gegen AKWs zu schaffen oder zu unterstützen, wie bei Kaiseraugst? Ist nun endlich Schluss mit der mehrfachen Revidierung der Gesetzgebung bzw. deren Interpretation im Bereich Kernkraft?
Update:
Ein erster Schritt ist die Lancierung der Webseite der Atom Allianz — Atomkraft ohne uns! Es tut sich was im Busch.
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May
27
2008
Ein AKW-GAU in der Schweiz könnte laut einem heute erschienen Bericht (z.B. Tages-Anzeiger) 4000 Milliarden kosten. Fröhliche Aussichten! Und dies nach einer geforderten Erhöhung der Haftungssumme auf lächerliche 1.8 Milliarden Franken. Heutiger Stand ist eine Milliarde, d.h. möglicherweise fehlt 3999 Mal soviel Geld, wie überhaupt da ist. Bei diesen Faktoren ist es eigentlich eine Frechheit, dass überhaupt ein AKW heute noch in Betrieb ist.
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Jun
21
2007
Die JUSO Bern und Aargau haben eine Webseite mit einer AKW-Stopp-Petition aufgeschaltet. Ich bezweifle zwar die Wirksamkeit einer Online-Unterschriftensammlung — wirksamer wäre, einige dutzend Kilogramm Unterschriftenpapier auf dem Bürotisch der Atomlobby und des BFE zu deponieren. Da der Aufwand für eine Online-Unterschriftensammlung wesentlich kleiner ist, kann man aber auch nicht mehr erwarten. Ungeachtet dessen — unterschreibe jetzt!
Das Diskussionspapier der Jungen Grünen Zürich zur Energieversorgung auf Klimapolitik.ch hat auch einen Abschnitt zur Energieversorgung. Trotz Fortschritten bei beispielsweise den Kugelreaktoren sind AKWs für uns immer noch nicht akzeptierbar. Die technischen Sicherheitsbarrieren machen einen Unfall in einem industrialisierten Land zwar unwahrscheinlich. Was ist aber mit den Entwicklungsländern und Schwellenländern, deren Energiehunger in absehbarer Zeit massiv ansteigen wird? Werden die Proponenten neuer AKWs in dieser Situation dafür einstehen, AKWs in den Osten, nach Afrika oder in gewisse Teile Lateinamerikas zu exportieren? Wohl kaum! Ich bin mir sicher, dass wir alle viel besser schlafen könnten, wenn wir Kraftwerke für die Nutzung erneuerbaren Energie exportieren könnten. Das Risiko, dass der Beton eines Wasserkraftwerkes oder das Silizium einer Photovoltaikanlage für kriegerische Zwecke eingesetzt wird ist offensichtlicherweise Grössenordnungen kleiner als bei einem AKW. Technisch gesehen gibt es nämlich keine grossen Unterschiede zwischen ziviler und militärischer Nutzung.
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Mar
3
2007
Es gibt keinen CO2-freien Strom. Bezüglich der Kohlendioxidintensität der Stromproduktion bestehen aber grosse Unterschiede.
Der Blick hat eine einfache Auflistung des Kohlendioxidaustosses pro Kilowattstunde veröffentlicht:
- Solar-, Wasser- und Windenergie: 10-40 g CO2/kWh
- Wärme-Kraft-Kopplungsanlage im eigenen Keller: 220-250 g CO2/kWh
- Geplante Schweizer Gaskombikraftwerke: 330-360 g CO2/kWh
Neue Braunkohlekraftwerke in Deutschland: 1000-1100 g CO2/kWh
Atomstrom: zwischen 10 und 160 g CO2/kWh findet man alle Werte. Eine Studie der Universität Sydney kommt auf einen Mittelwert von 60 g CO2/kWh, also mindestens 50% mehr als die nachhaltigsten Stromproduktionsformen.
Liebe FDP, angesichts der sicherheitspolitischen Probleme vor welche uns neue AKWs stellen (nicht zu sprechen von den Konflikten mit unseren Nachbarländern) und angesichts der Tatsache, dass es unverantwortlich scheinen muss, für wenige Jahrzehnte Stromproduktion der Nachwelt während mehreren hunderttausend Jahren strahlenden Abfall zu überlassen, macht bitte ernsthaft bei der Förderung erneuerbaren Energien mit.
Diesmal ist es notwendig, dass die Vernunft über die Marktgläubigkeit gewinnt damit auf politischem Wege schnelle Massnahmen durchgesetzt werden können, wie dies in der Stern Review on the economics of climate change verlangt wird.
Es ist auch zu hoffen, dass der Hauseigentümerverband seine kurzsichtige Interessenpolitik hinter sich lässt und mitzieht. Das Energieeinsparpotential der Renovation von alten Gebäuden ist gigantisch, aber trotzdem gibt es immer mehr velotternde Wohnungen. Wo bleibt da die so oft angepriesene Selbstverantwortung? Leider scheinen die Bürger-lichen nur zur Selbstverantwortung fähig zu sein, wenn es um eigene Profitmaximierung geht. Wenn aber Investitionen in unsere gemeinsame Zukunft getätigt werden sollten, ist der Ignoranzpegel meistens auf das Maximum aufgedreht.
Je später die Bürger diejenigen Politiker wählen, welche gemerkt haben, dass sich die Welt verändert und dass Handeln dringend wäre, desto grösser und damit teurer werden die nötigen Anpassungen werden. Braucht es noch mehr Gründe zum Handeln? Hier ist noch einer: First-mover advantage
Links
PS: Auf die SVP wartet niemand mehr. Wer wenige Tage nach dem Erscheinen des IPCC WG1 SPM schon wieder behauptet, der Einfluss des Menschen auf das Klima sei nicht bewiesen sondern eine einfache Hypothese, dem ist nicht mehr zu helfen. Das ist wissentliches Belügen der Bevölkerung.
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Dec
25
2006
Laut Walter Steinmann, dem Direktor des Bundesamtes für Energie zeichnet sich bereits im Jahre 2012 ein Energie-Engpass ab. Schnelles Handeln tut also Not.
Was könnte nun ein gangbarer Lösungsweg sein? Neue Kernkraftwerke? Ein neues KKW könnte laut Steinmann erst im Jahr 2025 ans Netz gehen. Das würde bedeuten, dass wir, falls wir unsere Energieversorgung auf Kernenergie ausrichten würden, während über 10 Jahren andauernd der Gefahr eines Blackouts ausgesetzt wären.
Kernkraftwerke können also das Problem des Engpasses nicht lösen, auch wenn gewisse Energiekonzerne den Bau neuer KKWs in Betracht ziehen. Die Lösung muss anderswo gesucht werden, zum Beispiel im Bereich der Energieeffizienz. Es müssen unbedingt Investitionen im Bereich der umweltfreundlichen, nachhaltigen Energieproduktion getätigt werden. Deshalb setzen sich die Grünen im Kanton Zürich für eine zweckgebundene Förderabgabe für Elektrizität aus nicht erneuerbaren Energien ein.
Weitere Infos:
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