Oct 15 2007

Gentechversuche: Bewilligung verletzt Gentech-Gesetz

Nachdem die ganze Bewilligungsprozedur für die Gentechnik-Freisetzungsversuche sowieso schon unglücklich verlaufen ist, schreibt Greenpeace in einer neuen Medienmitteilung, dass die Bewilligung, welche das BAFU erteilt hat, widerrechtlich erfolgt ist. Wie soll da das Vertrauen der Bevölkerung in die Gentechnologie steigen? Bei diesem dilettantischen Vorgehen könnte man meinen, dass die Gesuchsteller selbst ein Interesse daran haben, dass sich die Gentechnologie nicht durchsetzen wird.

Da hätte ich natürlich nichts dagegen.

Greenpeace: BAFU-Bewilligung verletzt Gentechnikgesetz


Oct 3 2007

Nachtrag zu den Gentech-Freisetzungsversuchen

Jetzt gibt es doch noch Protest gegen die angekündigten Gentech-Freisetzungsversuche in Zürich und Pully, wie der Tages-Anzeiger schreibt. Aus der Sicht der Rekurrenten ist die Sicherheit nicht gewährleistet. Gut, dass trotz der massiven Beschränkung des Beschwerderechtes Einsprachen eingereicht werden konnten.


Sep 4 2007

Gentech-Freisetzungsversuche ohne Einsprachemöglichkeiten bewilligt?

Das Bundesamt für Umwelt gibt grünes Licht für Freisetzungsversuche mit gentechnisch verändertem Weizen in Zürich und in Pully. Einsprachen sind aber nur in Pully VD möglich, und auch nur für Leute, die höchstens 1000m vom Feld entfernt wohnen.

Dabei drängen sich mir gleich mehrere Fragen auf:

  1. Warum ist es nur in Pully möglich, Einsprache zu erheben, wenn Versuche auch in Zürich durchgeführt werden sollen?
  2. Warum ist die Einsprache nur in einem Umkreis von 1000m möglich? Wurde dabei vergessen, dass das genetische Material ohne weiteres dutzende Kilometer zurücklegen kann?

Das stinkt ziemlich nach Zwang. Falls diese Versuche tatsächlich nötig und gefahrlos wären, gäbe es wohl keinen Grund, das Einspracherecht dermassen einzuschränken. Mit dieser Bewilligung wird das Vertrauen der Menschen in die Gentechnologie kaum grösser. Zudem wurde immer noch nicht erklärt, wozu diese Versuche genau notwendig sind. Die wenigsten Menschen wollen gentechnisch veränderte Nahrung essen, wie es um die medizinischen Möglichkeiten steht, ist mir nicht bekannt. Klar ist aber, dass die Gentechnologie nicht die Antwort auf den Hunger in der Welt ist. Hunger gibt es vielmehr, weil das vorhandene Essen ungleich verteilt ist, weil Kleinbauern in den Entwicklungsländern dank der Landwirtschaftspolitik und den Dumpingpreisen der industrialisierten Ländern nicht mehr existieren können und weil diese Bauern patentrechtlich gezwungen werden, jedes Jahr neues Saatgut bei Monsanto usw. einzukaufen, da es mancherorts mittlerweile illegal ist, Saatgut für das nächste Jahr aufzubewahren, wie dies während Jahrtausenden Brauch war.

Die Profitgier kennt keine Grenzen, die Grenzen der sinnvollen Anwendung von Gentechnologie hingegen scheinen mir noch immer extrem eng. Der Nutzen ist unklar, die ökologischen Kosten könnten hoch sein. Diese Freisetzungsversuche sind unverhältnismässig.


Nov 27 2005

Konsumenten wollen keinen Gentech-Food auf ihren Tellern

Trotz der Angstmacherei liberaler Kreise (“schädliches Signal an den Innovationsstandort Schweiz”, “Gefahr für Arbeitsplätze” [1]) werden sich die Schweizer voraussichtlich klar für ein fünfjähriges Gentechmoratorium aussprechen. Ich freue mich über diesen Entscheid und hoffe, dass die Diskussion über die Vor- und Nachteile von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) von wissenschaftlicher Seite her nochmals neu aufgerollt wird.

Die Konsumenten wissen zuwenig über Gentechnologie. Die elitäre Attitüde mancher Wissenschaftler im Bezug auf die Gefahren und Probleme von Gentech hat sicher nichts zur offenen Informationsverbreitung beigetragen.

Links

[1]: O-Ton Medienmitteilung des überparteilichen Komitees Gentech-Moratorium NEIN