Category: Klima

Es wird immer wärmer

Es ist Hochsommer, in der Schweiz ist aber kein Badewetter. Beklagen können wir uns eher über zuviel Wasser als zuviel Sonne. Beides könnte sich aber im kommenden Jahrzehnt ändern, wie britische Klimaforscher herausgefunden haben. Die Ergebnisse ihres neuen Klimamodells weisen darauf hin, dass mindestens die Hälfte der Jahre von 2010 bis 2014 wärmer werden könnten als das bislang heisseste Jahr 2005. Bemerkung: Der Tages-Anzeiger macht einen Fehler, wenn er das Jahr 1998 als bislang wärmstes Jahr bezeichnet.

Wenn wir nur wenige Monate zurückdenken erinnern wir uns an einen extrem warmen und trockenen Frühling. Dies wird eher die Regel werden als die Ausnahme, wie ich vor zwei Jahren kommentiert habe. (“Klimaänderung so rasant wie noch nie – Auf der Erde wirds vier Grad wärmer“) Wasserknappheit droht zwar in der Schweiz selbst — dem Wasserschloss Europas — weniger als in anderen europäischen Ländern, aber auch hier wurde in den Sommermonaten der letzten 10 Jahre mehrmals dazu aufgerufen, sparsam mit Wasser umzugehen

Die Klimaveränderung betrifft uns alle — und es ist höchste Zeit, etwas zu unternehmen. Je länger wir warten, desto mehr schlimmer werden die Konsequenzen hier und anderswo werden. Und auch wenn wir uns mit technologischen Mitteln vor den negativen Konsequenzen schützen können, die Klimaflüchtlinge und die Klima- und Ressourcenkriege in anderen Teilen werden nicht ohne Auswirkungen für die “entwickelte” Welt bleiben.

Die Schweiz muss endlich wieder etwas tun. Im Energiesektor beispielsweise haben uns andere Länder längst hinter sich gelassen. Die Vorreiterrolle, welche die Schweiz früher mal innehatte, ist längst an andere übergegangen. Dass die Bürgerlichen mit ihrer rückwärtsgewandten Freie-Markt-Politik nur für kurzfristige Gewinne, nicht für langfristige Investitionen sorgen können, sollte mittlerweile allgemein bekannt sein. Es braucht dringend staatliche Fördermassnahmen für den Klimaschutz, wie z.B. eine Einspeisevergütung für klimafreundlichen Strom, Strafsteuern wie die vorgeschlagene CO2-Steuer für besonders klimaschädigende und unnötige Technologien usw. damit Innovationen gefördert werden können. Es braucht politische Entscheide für eine klimafreundliche Zukunft — wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass der Markt alles regeln wird. Kein privater Investor ist bereit, die Investitionen zu tätigen welche für eine Umkrepelung des Energiesektors benötigt werden.

Die Nationalratswahlen diesen Herbst sind tatsächlich eine Richtungswahl. Die Bürgerlichen bieten Fremdenhass und Freie-Markt-Ideologie, die Linke hingegen kämpft für wahre Alternativen.

Stuff I Wrote Elsewhere

(Der Titel dieses Posts habe ich einem meiner Lieblingsblogs geklaut, dem Weblog von John Fleck. Er hat mich übrigens auch auf RealClimate aufmerksam gemacht und so vor etwa zwei Jahren mein Interesse an der Klimaveränderung enorm vergrössert.)

Ich schreibe halbregelmässig (ich würde lieber regelmässiger schreiben) auf dem Klimawahl.ch-Blog zu Themen rund um die Klimaveränderung. Bisher:

Bäume pflanzen doch kein Mittel gegen die Klimaerwärmung

Bäume sind bei der Bekämpfung des Klimawandels hilfreich, hörte man auch in letzter Zeit immer wieder. Dadurch, dass sie CO2 binden und dieses dadurch der Luft entziehen, leisten sie einen Beitrag dazu, die CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre nicht so stark ansteigen zu lassen.

Eine neue Studie kommt nun aber zum Schluss, dass Aufforstungsprojekte auch einen beschleunigenden Effekt auf den Klimawandel haben können. Dabei kommt es auf den Standort an. Tropische Regenwälder haben einen abkühlenden Effekt, da die aus ihnen aufsteigenden Dunstwolken das Sonnenlicht reflektieren. In nördlichen Breiten, also in schneereichen Regionen wie Kanada oder Sibirien, führen Aufforstungsprojekte dazu, dass weniger Sonnenlicht reflektiert wird (bzw. die Albedo tiefer wird), was wiederum eine Erwärmung der Erde zur Folge hat.

Wie der Spiegel schreibt, reicht es also nicht, genügend Bäume zu pflanzen und weiterhin mit dem Offroader in die Stadt zu fahren oder einen ähnlich verschwenderischen Lebensstil zu führen.

Klimaforscher fordern das Ende des PS-Protzens in der Autoindustrie

Der Autoverkehr wird in den kommenden Jahren dramatisch anschwellen – und mit ihm der Treibhausgas-Aussto

(Fast) ohne (eigene) Worte

Spiegel.de: Winter war der weltweit wärmste seit 1880

Die Daten sind alarmierend: Der vergangene Winter war der weltweit wärmste seit 1880. Auf der Nordhalbkugel lagen die Temperaturen 0,7 Grad höher als der Mittelwert. Das liegt im Trend der globalen Erwärmung – für die Rekordwerte jedoch könnte das Wetterphänomen El Niño verantwortlich sein.

Das wird kaum der letzte solche Winter sein — es wird erwartet, dass mit der fortschreitenden Klimaveränderung El-Niño-Events deutlicher werden bzw. wir irgendwann in einem permanenten El-Niño landen könnten.

Ade Wintersport. Mir selbst ists ja recht, ich habs lieber schön warm. :-) Aber das wäre eine extrem kurzsichtige und egoistische Sichtweise — was wir uns mit Nichtstun einhandeln, kann auch dem liberalsten Vorschriftengegner nicht mehr gefallen.