Oct 16 2007

SP und Links-Grüne = Linksautonome?

Das Haus der Zürcher SP-Ständeratskandidatin Chantal Galladé wurde letzte Nacht verschmiert, wobei die Parolen auf eine linksautonome Täterschaft hinweisen.

Während Vandalismus zu verurteilen ist, gibt es doch auch eine gute Seite: Es zeigt sich nämlich, dass es (ja, liebe Bürgerliche) auch zwischen den Links-Grün-Roten und den Links-Autonomen grosse Meinungsverschiedenheiten gibt. Die Linke ist ebensowenig eine homogene Gruppe wie die Bürgerlichen dies sind, und nicht jede Tat der Linksautonomen kann den linken Parteien in die Schuhe geschoben werden.

Es gibt natürlich auch innerhalb dieser Parteien Meinungsverschiedenheiten. Ich bin mit gewissen Punkten in Galladés Programm ebenfalls überhaupt nicht einverstanden. Trotzdem greife ich nicht zum Farbbeutel oder zur Spraydose, mit anderen Methoden kann ich meine politischen Positionen einiges wirkungsvoller vertreten.


Oct 1 2007

Linke sind unzufriedener als Rechte

Mal ohne persönlichen Kommentar verweise ich auf den Text über Linke und Rechte, welcher soeben auf Spiegel Online veröffentlicht wurde: Politik und Glück: Linke sind unzufriedener als Rechte

Gehen Sozialisten weniger glücklich durchs Leben als andere? Ja, glauben Forscher, die Fragebögen Tausender Menschen aus 70 Ländern ausgewertet haben. Wie zufrieden man sich fühlt, ist demnach eine Frage der politischen Orientierung.


Sep 14 2007

Fremdsprachige Kinder beeinträchtigen Lernerfolg nicht

“Zuviele fremdsprachige Kinder in einer Klasse beeinträchtigen den Lernerfolg der ganzen Klasse” — klingt plausibel, oder? Es stimmt aber nicht, wie eine Studie zeigt, über welche gestern auf Tages-Anzeiger online berichtet wurde.

Einmal mehr zeigt sich, dass sich Vorurteile gegen “Ausländer”, gegen Fremdsprachige, in Luft auflösen, wenn genauer hingeschaut wird. Das Problem liegt bei der Klassengrösse, wie Lehrpersonen aus praktischer Erfahrung schon lange festgestellt haben. Die Leidtragenden zu grosser Klassen sind dabei in erster Linie fremdsprachige Kinder.

Natürlich gibt es andere, bessere Argumente, fremdsprachige Kinder gleichmässig auf die Klassen aufzuteilen. Die Integration von Migranten kann durch geschickte Gestaltung der Klassengrösse und der Sprachenverhältnisse gefördert werden. Zudem ist der Austausch auch bereichernd — statt das Fremde abzulehnen, kann früh die Relativität der eigenen Gewohnheiten, des Glaubens und der Kultur erfahren werden. Dies sind alles wichtige Erfahrungen, um sich in der säkularisierten, multikulturellen Welt von heute zurechtfinden zu können


Aug 7 2007

Kein Missbrauch der Antirassismus-Strafnorm

Die Rassismus-Strafnorm wird in der Schweiz laut einer heute veröffentlichten Studie “vorsichtig” angewendet. 41 Prozent der Anzeigen sind berechtigt, es kommt zu Schuldsprüchen. Die bedeutet, dass die Strafnorm nicht dazu missbraucht wird, um den Stammtischpolemikern den Mund zu verbieten — alleine untolerierbare Auswüchse werden angezeigt und dann auch zurecht bestraft.

Es geht nicht an, dass Mitglieder der Gesellschaft alleine aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Kultur oder einer anderen Gruppe oder aufgrund ihrer Hautfarbe verunglimpft werden. Solches Verhalten stammt aus der Kolonialzeit und weist auf Probleme des Beschimpfenden hin, mit welchen er nicht anders umzugehen weiss als das “Fremde” für alles


Jun 15 2007

G8 verbunkern sich

Der nächste G8-Gipfel wird laut einer Meldung des Tages-Anzeigers auf der italienischen Insel La Maddalena, welche an der Nordspitze Sardiniens gelegen ist, stattfinden. Die Selbst-Einbunkerung der Mächtigen nimmt damit eine neue Form an. Nachdem dieses Jahr nur für den Gipfel ein Zaun von mehreren Kilometern Länge erstellt worden ist wählt man nun also das Meer und rauhe Felsen, um die Kritiker fernzuhalten. Die Diskussionsbereitschaft ist auf dem Nullpunkt angelangt. Ein verheerendes Zeichen wenn man bedenkt, dass innerhalb des Kritikerlagers viele waren, welche mit Argumenten, nicht mit Steinen gegen die Konzentration der Macht in den Händen einiger weniger demonstriert haben.