Oct 21 2008

Die CVP lernt von den USA

Die neuste Idee der CVP, um die Finanzkrise zu überstehen: Rüstungskäufe! Wie wärs mit einem kleinen Krieg? Die Kosten sind dort noch viel höher, die Wirtschaft könnte so noch viel mehr in Schwung gebracht werden!


Aug 3 2008

Wer sich umbringen will, tut es so oder so

… hört man immer wieder von Waffennarren in der Schweiz und anderswo. Dem ist aber nicht so:

Die Rekordquote von Schusswaffensuiziden in der Schweiz habe einen direkten Zusammenhang mit der hohen Verfügbarkeit von Waffen in der Schweiz, hält die Studie fest. Dies gelte insbesondere für die Heimaufbewahrung von Sturmgewehren und Pistolen aus Armeebeständen.

(Tages-Anzeiger: Jugendliche greifen beim Suizid meist zur Waffe)

Es ist ja schon schlimm genug, dass sich die Besitzer mit diesen Waffen selbst umbringen — leider trifft es aber auch immer wieder unbeteiligte Dritte. Wenigstens bei den Armeewaffen gäbe es ein einfaches Rezept, die breite Verfügbarkeit einzuschränken: Ins Zeughaus damit!


Feb 18 2008

Katzen abschiessen oder Zivilisten töten?

Politiker sind entsetzt: In der Schweiz darf man laut Jagdgesetz Katzen abschiessen! Mal ehrlich: Wie wichtig ist denn dieses Thema? Mir ist ja schon bewusst, dass manche Menschen Katzen niedlich finden oder zu Tieren allgemein ein näheres Verhältnis als zu ihren Mitmenschen aufbauen können. Aber was soll die Entrüstung über “barbarische Zustände in Feld und Flur” angesichts dessen, dass auf der Welt täglich Menschen durch Krieg und Hunger umkommen?1

Gleichzeitig hat heute die letzte Verhandlungsrunde für dein weltweites Abkommen zum Verbot von Streumunition begonnen. Die Schweiz ist unverständlicherweise dagegen. Was können die Gründe dafür sein, Streumunition überhaupt zuzulassen? Die Blindgänger töten oder verletzen noch während Jahren, wenn nicht Jahrzehnten unschuldige Zivilisten, “niedliche Kinder”, welche, statt ein neues Leben aufbauen zu können, Arme, Beine oder mehr verlieren. Und die Schweiz mit ihrer (immer wieder) imaginären, grossartigen humanitären Tradition stellt sich nicht nur nicht gegen diese wirklich barbarischen Zustände, sondern macht sogar eifrig mit.

Es macht keinen Sinn, darauf hinzuweisen, dass die grössten Produzenten (und Verbraucher?) von Streumunition wie z.B. die USA, Russland, China, Israel, Indien und Pakistan nicht an dieser Konferenz vertreten sind. Das zeigt nur auf, dass diese Regierungen dem Mittelalter noch nicht entwachsen sind. Warum muss sich die Schweiz bei diesem dreckigen Geschäft beteiligen?

Man fragt sich nun, worauf die Leute eigentlich genau stolz sind, welche stolz sind, Schweizer zu sein…

1. Ja, ich bin wohl tatsächlich ein Speziezist (http://de.wikipedia.org/wiki/Speziesismus)


Jan 17 2008

Schweizer Waffenhandel

Unglaubliches liest man, wenn man heute auf Tagi-Online surft: Im Tschad wurden am 2006 aus der Schweiz gelieferte militärische Trainingsflugzeug PC-9 Aufhängevorrichtungen montiert; sehr wahrscheinlich wurde das Flugzeug auch mit Bewaffnung ausgerüstet.

Unglaublich daran ist aber nicht etwa, dass diese Trainingsflugzeuge bewaffnet für militärische Zwecke verwendet werden, sondern die Blauäugigkeit der Schweizer Behörden, welche sich von der Waffenlobby offenbar wieder haben überzeugen lassen, dass diese Lieferung für das Wohl der Schweiz unabdingbar sei und auch nicht für kriegerische Zwecke eingesetzt werden könne. Warum besinnen sich die Proponenten der (völlig imaginären) “grossartigen humanitären Tradition der Schweiz”, der Neutralität und so weiter auf ihre eigenen Ideale und stoppen den völlig unethischen Waffenhandel mit Nationen, welche in bewaffnetem Konflikt stehen?

Es gäbe tatsächlich Besseres, was die Schweiz exportieren könnte.


Nov 27 2007

Besserer Schutz vor Waffengewalt

Ein gerade erst aus der Rekrutenschule entlassener Soldat bringt in Höngg ein 16-jähriges Mädchen mit dem Sturmgewehr um. Ein Motiv ist nicht in Sicht.

Nein, eine generelle Kriminalisierung aller Waffenbesitzer ist nicht angebracht. Das Vorsorgeprinzip kann ein Eingreifen trotzdem legitimieren. Also: Armeewaffen haben zuhause nichts verloren. Die Initiative für den Schutz vor Waffengewalt ist ein nötiger Schritt auf dem Weg zu besserem Schutz der Bevölkerung vor Waffennarren.

Natürlich können die Menschen nicht vor allem geschützt werden. Wenn der Nutzen aber so klein, der potentielle Schaden aber so gross ist wie es bei der Aufbewahrung von Armeewaffen zuhause der Fall ist, ist das Beharren auf dem “uralten Freiheits- und Grundrecht Waffenbesitz” nicht mehr angebracht.