Jul
9
2008
Eine Flasche Mineralwasser für 132 Franken? Möglich machts weniger die gute Qualität (so viel besser als Leitungswasser ist es nicht, wenn überhaupt) als der Luxusstatus und der logistische und energetische Aufwand, welcher zur Bereitstellung dieses Produktes notwendig ist.
Die Frage, wie sinnvoll die Aufregung darüber ist, stellt sich heute natürlich, darüber habe ich aber schon vorgestern geschrieben.
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Jul
7
2008
CVP-Nationalrat Jacques Neirynck will Mineralwasser in Flaschen verbieten. So lächerlich wie der Blick meint ist diese Idee aber nicht .
Rund um die Welt gibt es Versuche von Multis und Getränkeherstellern, Wasserquellen aufzukaufen und Wasserversorgungen zu privatisieren. Die Begründungen klingen gut: Das Wasser soll wirtschaftlich (d.h. sparsam) verwendet werden. Das Wasser wird damit aber zum Ziel wirtschaftlicher Interessen und steht nicht mehr für die Grundversorgung zur Verfügung. Dafür gibt es genügend Beispiele (weitere Beispiele findet man mittels Google o.ä. sehr schnell):
Mineralwasser, welches in der Schweiz abgefüllt wird, ist von gewissen Problemen nicht betroffen — wir haben das Glück, als Wasserschloss Europas genügend gutes Trinkwasser zur Verfügung zu haben, das Risiko einer Unterversorgung ist klein. Auch in der Schweiz werden aber Quellen aufgekauft. Die Begründung Neiryncks jedoch beinhaltet ausser dem übermässigen Energieverbauch keinen einzigen dieser Punkte. Deshalb ist eine gewisse Skepsis gegen diesen Vorstoss angebracht — es scheint tatsächlich, dass hier Politik gemacht wird, welche keine Schmerzen verursachen soll.
Zum Schluss der zweite Teil des Kommentars von Marcel Zulauf im Blick:
Man könnte Hausbesitzer auffordern, endlich Altbauten zu sanieren. Man könnte bei Neubauten auf Minergie setzen. Es liessen sich Tausende Tonnen Heizöl sparen.
Man könnte SUVs und andere Spritfresser massiv verteuern – oder gar den Import verbieten. Es liessen sich Tausende Liter Benzin sparen.
Aber für solche Massnahmen braucht es Mut, es braucht eine Lobby und man muss wagen, sich als Politiker unpopulär zu machen. Die Jungen Grünen machen es vor. Und ernten ausserhalb des Polit-Establishments viele Sympathien.
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