Jun
3
2008
Absolut lächerlich: Damit das Image der Saubermann-Schweiz ja nicht angekratzt wird, werden die peinlichen SVP-Abstimmungsplakate so schnell wie möglich abgehängt oder übermalt.
Ich bin zwar selbst auch froh, wenn ich diese Plakate nicht mehr länger anschauen muss, die Begründung dieser Aktion passt mir aber nicht. Wo blieben die Euro-Städte, wo blieb Schweiz Tourismus als es darum ging, diese Fremdenfeindlichkeit schürenden Initiativen zu bekämpfen? Diese Imagepolitur ohne jegliche inhaltliche Kritik lässt ein mieses Gefühl zurück.
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May
20
2008
Ich bin längst nicht der erste, welcher einen Text über dieses Thema veröffentlicht, zudem habe ich ihn nicht selbst geschrieben, sondern über das Kontaktformular meiner Webseite zugeschickt erhalten.
Die Pendlerzeitung 20min (TA-Media) ist bekannt dafür, dass sie alle noch so
tendenziösen Inserate der SVP ohne mit der Wimper zu zucken abdruckt. So auch
jene mit eindeutig neo-faschistischen Motiven, solche die zu Rassenhass
anstacheln, und solche die mit gefälschten Statistiken operieren.
Ausgerechnet dieselbe 20min lehnt nun aber ein Inserat gegen die SVP-Initiative
ab.
In seiner Annonce wollte der SGB schreiben, die SVP «zerstört den
Rechtsstaat» und «erpresst eine demokratisch gewählte Bundesrätin».
«Erpressung ist ein Straftatbestand, und das wollten wir nicht im Inserat
haben», sagte jetzt Geschäftsführer Kohler. Stattdessen habe er die
Formulierung «unter Druck setzen» vorgeschlagen. Und gegenüber dem Stichwort
einer «Zerstörung des Rechtsstaates» hätte «20 Minuten» lediglich eine
«Schwächung» akzeptiert. Daraus verzichtete der SGB auf die Anzeige, die aber
mit den beanstandeten Worten im «Blick» erscheinen konnte. «Es ist
beschämend für ein Medienhaus wie Tamedia, zu glauben, ausgerechnet die
unzimperliche SVP vor einem Inserat schützen zu müssen – vor einem Inserat,
das über Politik der Rechtsaussenpartei und ihrer Exponenten Klartext
spricht», kommentierte SGB-Sekretär Pietro Cavadini den Vorfall.
http://www.kleinreport.ch/meldungen.phtml?gotodate=today#6
Ob der Vorfall bei TA-Media zu personellen Konsequenzen führen wird wollte bei
der TA-Media niemand beantworten. Sicher ist, dass seit dem Börsengang der
TA-Media kein Qualitätsjournalismus mehr geboten wird und dass die
TA-Funktionäre von Hartmeier bis Kohler keinen Sinn für journalistische und
publizistische Verantwortung haben. Der TA-Verwaltungsrat ist mehr den je dem
Share-Holder-Value verpflichtet – ein Wunder bei der fragwürdigen
historischen Vergangenheit, die auf gewissen Mitgliedern dieses Gremiums lastet?
Was mit der fragwürdigen historischen Vergangenheit gemeint ist, weiss ich leider nicht. Klar scheint mir aber, dass sich die TA-Media hinter einer juristischen Argumentation versteckt, und dabei vermeidet, politisch Position zu beziehen. Ist doch auch klar, schliesslich ist das Inserate-Budget der SVP und Konsorten nicht unwesentlich, und würde vielleicht ein Loch in der Kasse^WShareholder-Value hinterlassen?
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